· über gaehnchen.de ·
· Tourenliste · Gipfelliste · Hüttenliste ·
· Links · Gästebuch · Sitemap ·

Vorgeschichte
Überblick
Tag 1
Tag 2
Tag 3
Fazit
Infos
 

Geißhorn, Rauhhorn, Jubiläumsweg, Wiedemerkopf

Allgäuer Alpen, 07-09.07.2000

   

Vorgeschichte

Diese Tour liegt nun, während ich sie niederschreibe, schon 2 1/2 Jahre zurück. Nach ein paar Tagestouren zum Grünten, zum Rubihorn und Gaisalphorn sowie meiner ersten Mehrtagestour bei der Nagelfluhkette war ich jedoch vollkommen im Bergfieber und wollte endlich meinen ersten 2000er besteigen. ;-) In der Nähe der Willersalpe hatte ich bereits einen Versuch hinter mir, ich brach jedoch aufgrund der damals forgeschrittenen Tageszeit und nicht ganz sicherem Wetter lieber ab. Bei diesem Ausflug konnte ich in Erfahrung bringen, dass man auf der Willersalpe auch übernachten konnte. Und so stand zumindst die ersten Hütte für meinen 2000er-Ansturm fest...

Überblick

  • 07.07. -> Tag 1 
  • Parkplatz Hinterstein (866m) bei Hindelang
  • Aufstieg zur Willersalpe (1456m) und Übernachtung
  • 08.07. -> Tag 2 
  • Aufstieg nach Norden zur Feld Alpe
  • Geißeck - Besteigung des Geißhorns (2249m)
  • Besteigung des Rauhorns (2240m)
  • Abstieg zum Schrecksee (1802m)
  • Begehung des Jubiläumsweges bis zur Bockar Scharte (2164m)
  • Prinz Luitpold Haus (1846m), Übernachtung
  • 09.07. -> Tag 3 
  • Aufstieg in Richtung Hochvogel bis zur Balkenscharte
  • Abbruch und Abstieg zum Prinz Luitpold Haus
  • Besteigung des Wiedemer Kopfes (2165m)
  • Abstieg über Unt. Bärgündele Alpe zum Giebelhaus (1068m)
  • mit dem Bus zurück zum Parkplatz in Hinterstein

Tag 1

Ich weiß gar nicht mehr genau, ob ich an jenem Freitag meine Wandersachen bereits mit bei meinem Praktikum auf Arbeit hatte und direkt losgefahren bin, oder aber ob ich vorher nochmal kurz bei meiner Unterkunft vorbeigeschaut habe. Auf jeden Fall sah es nach recht ordentlichem Wetter aus und ich machte mich frohen Mutes an die kurze Autofahrt nach Hinterstein. Vor Ort wurde noch schnell der Rucksack gerichtet und es konnte losgehen. Der Aufstieg zur Willersalpe ist vom Parkplatz aus beschildert und gut zu finden. Für die knapp 600 Höhenmeter braucht man im Normalfall meist 1,5 Stunden und ich kannte diesen Weg ja bereits.

Willersalpe Sonnenuntergang an der Willersalpe Sonnenuntergang an der Willersalpe
Die Willersalpe war schnell erreicht und ich bekam mein Lager zugewiesen: eine große Doppelbettkonstruktion im ersten Stock, alles total urig! Nach dem Abendessen und einem wunderbarem Sonnenuntergang, welche die Nordabstürze beim Geißeck blutrot färbte (siehe Bilder) ging es auch schon ins Bett bzw. den Schlafsack. Mitten in der Nacht machte sich meine Unerfahrenheit in Sachen Hüttenübernachtungen bemerkbar: ich mußte kurz auf Toilette, es war stockduster und ich hatte keine kleine Taschenlampe dabei. Ich wäre nie und nimmer aus dem Hochbett gekommen, geschweige denn in der verwinkelten Hütte die Treppe herunter bis zum Klo. Man sah einfach die Hand vor Augen nicht. Nach einer kleinen Ewigkeit hatte Gott sei Dank ein weiterer Mitschläfer ein Bedürfnis und ich konnte mich ihm und seiner Taschenlampe anschließen. Leider hatte er etwas "Verdauungsprobleme" und benötigte recht viel Zeit auf dem Lokus. Entsprechend mußte ich natürlich für den Rückweg warten - ebenfalls alles stockdunkel und kalt... ;-)

Tag 2

Aufstieg Willersalpe zur Feld Alpe, Blick nach Südenwesten Aufstieg zum Geißhorn Die letzen Meter zum Gipfel des Geißhorns
Am nächsten Tag bin ich nach kurzem Frühstück recht zeitig los. Es war - zumindest für eine Sommertour - ein ziemlich eisiger Morgen. Mein erster 2000er sollte nun das Geißhorn werden. Ich stieg jedoch nicht in Richtung Vordere Schafwanne auf (den ersten Teil dieses Weges kannte ich von einem Versuch bereits), sondern wollte über die Feld Alpe (soweit ich mich erinnere verfallen) den Gipfel erreichen. Die ersten Blicke zurück waren bereits sehr schön (linkes Bild). Etwas unterhalb des Weges zum Ponten biegt ein Weg/Pfad gen Südosten ab, nun ging es mäßiger steil bergauf. Auf dem Weg zum Geißeck hat es zwischenzeitlich kurze Kraxelpassagen, welche aber durch Drahtseile entschärft waren (mittleres Bild). Oft hat man auch hier schon tolle Blicke ins Tannheimer Tal. Ab dem Geißeck geht der Weg in Richtung Osten zum Gipfel des Geißhorns. Der breite Grat ist gut gangbar - und dann war es schließlich soweit: das Gipfelkreuz des Geißhorns lag vor mir (rechtes Bild) und kurze Zeit später erreichte ich meinen ersten 2000er. Es gab eine Brotzeit und ich vergaß vollends ein Gipfelfoto zu schiessen.

Als Tagesziel hatte ich mir das Prinz Luitpold Haus vorgenommen. Entsprechend führte der Weiterweg zunächst zur Vorderen Schafwanne. Auf dem Weg hatte es noch kleinere Schneefelder, welche aber nicht steil und gut gangbar waren - dies kann bei entsprechenden Verhältnissen aber auch anderes sein! Ein paar Schafe hielten sich dort auf. An der Scharte angekommen traf ich die ersten "Wanderer", welche von der Willersalpe direkt hierher aufgestiegen waren. Ich hatte nun zwei Möglichkeiten: entweder weiterer Abstieg zum Jubiläumsweg und somit das Rauhorn östlich umgehen, oder aber direkt über das Rauhorn. Ich entschied mich für letzteres.

Gipfelanstieg zum Rauhhorn
Nach ein paar Metern kam gleich ein Schild "nur für Geübte". Nunja, das war ich bis dato ja nun eigentlich nicht, aber zumindest mal schauen was denn da kommt wollte ich schon. Nach kurzer Zeit und dem Umgehen ein paar Felsköpfe stand ich schließlich vor der "Gipfelwandl" des Rauhhorns (siehe Bild). Der Steig war bezeichnet und durch Drahtseilen entschärft. Der markierte Punkt auf dem Bild zeigt die Stelle in der die Kletterei leicht überhängend ist, mit einem doch recht schweren Rucksack ist dies natürlich etwas ungewohnt und sollte beachtet werden! Ich ließ es dennoch auf einen Versuch ankommen und schaffte es dann auch.

Blick vom Rauhhorn zum Grünten Blick vom Rauhhorn zum Geißhorn Blick vom Rauhorn zum Hochvogel
So stand ich also auf dem Gipfel des Rauhhorns (2240m). Die Rundumsicht war umfassend: Linkes Bild: Blick nach Nordwesten zum Grünten. Mittleres Bild: Blick nach Nordosten zum Geißhorn. Der zu sehende Weg ist der Abstieg vom Geißhorn zur Vorderen Schafwanne. Deutlich zu Erkennen sind der Grat zum Geißeck sowie die Restschneefelder. Rechtes Bild: die wohl beeindruckenste Aussicht nach Süden zum klar dominiereden Hochvogel, dem davor verlaufenden Jubiläumsweg und schließlich dem Schrecksee.

Blick vom Rauhhorn zum Vilsalpsee Meinereiner auf dem Rauhorn
Ebenfalls hat man vom Rauhorn eine tolle Sicht hinunter zum Vilsalpesee (linkes Bild). Er ist von Tannheim im Tannheimer Tal aus sehr einfach über einen Wanderweg zu erreichen und lädt zu einem "chilligen" Nachmittag am See ein. Und - diesmal habe ich an ein Gipfelfoto gedacht. ;-)

Der weitere Wegabschnitt ist der Abstieg zum Schrecksee. Die Schwierigkeit der einzelnen Kletter/Kraxelpassagen liegt niedriger als die beim Aufstieg von Norden auf das Rauhorn, jedoch zog sich der Weg ziemlich in die Länge. Oft hat es ein paar Ier Passagen. Erst der letzte Wegabschnitt zum Schrecksse ist wieder ein normaler Wanderweg.

Der Schrecksee Schrecksee, Blick zum Rauhorn Blick vom Jubilaeumsweg zum Hochvogel
Die Stimmung am Schrecksee (1802m) war gigantisch! Auf dem See gab es noch etwas Eis, hier und da lag noch Restschnee herum und doch drückte die Sonne solange sie nicht durch Wolken verdeckt war recht stark. Ein wunderbarer Platz für die Brotzeit am Mittag und zum Dösen. Das linke Bild zeigt den Schrecksee bei der Ankunft vom Rauhorn aus. Auf dem mittleren Weg bin ich schon wieder auf dem Weiterweg und es ist der Blick zurück zum Rauhorn zu sehen. In Bildmitte kann man wieder die kleine Insel erkennen. Und schließlich auf dem rechten Bild der Blick in etwa der Höhe der Lahner Scharte zum Hochvogel. Dieser Anblick war für mich total beeindruckend: 2592m ist dieser Koloss schließlich hoch! Rechts vom Gipfel die Kaltwinkelscharte, welche bis weit in den Sommer ein Restschneefeld besitzt.

Von der Lahner Scharte führt nun der Jubiläumsweg südöstlich der Bergkette Lahner Kopf - Schänzler Spitze - Schänzle Kopf - Sattel Kopf - Lärchwand. Stets bleibt man in etwa auf einer Höhe von 1800m, es gibt nur geringe Gegenanstiege. Manchmal wird der Weg etwas schmaler und man hat einige Tiefblicke, hier dazu ein Beispielbild (79kB, aufgenommen auf der Tour zum Hochvogel).

Aufstieg vom Jubiläumsweg zur Bockkar Scharte Blick von der Bockkar Scharte zum Prinz Luitpold Haus
Das letzte Stück zum Prinz Luitpold Haus bringt nun nochmal einige Anstrengungen mit sich: es gilt den Anstieg zur Bockkar Scharte (2164m) zu überwinden. Im Normalfall handelt es sich dabei um ein recht großes Geröllfeld, zu dieser Zeit hatte es jedoch noch viel Schnee (linkes Bild). Im roten Kreis sind zwei weitere Wanderer klein sichtbar. Ich kam ziemlich ins schwitzen und benötigte recht viel Zeit.
Oben an der Scharte steht ein Denkmal, ich glaube es für Opfer des Zweiten Weltkrieges. Dort nahm ich mir nochmals Zeit für eine Pause. Von der Scharte hat man nun einen schönen Blick hinunter zur Hütte sowie zum Großen Wilden und zur Höfats (rechtes Bild).

Während meiner Pause bemerkte ich schon, dass das Wetter langsam schlechter wurde. Wind kam auf, es wurde spürbar kälter. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich einen Regentropfen gespürt. Also machte ich mich an den Abstieg zur Hütte sie war soweit schon sichtbar, ich würde nicht mehr lange brauchen...
Nach den ersten Metern traute ich dann meinen Ohren nicht ganz: es grollte ein wenig...?! Etwa ein Gewitter? So schlimm sah der Himmel doch gar nicht aus? Mit einmal gab es einen "Hieb" und es donnerte unwahrscheinlich stark - zumindest gegenüber dem was ich bisher so erlebt hatte! Ich nahm meine Beine in die Hand und begann so schnell zu laufen wie es der Weg hergab. Ich war auf keinen Gipfel und keiner Anhöhe, entsprechend schien mir der schnelle Abstieg zur nahen Hütte sicherer. Im "Rennen" schloß ich auf einen weiteren Wanderer auf, auch er spurtete zur Hütte. Der Regen wurde stärker und überaus schnell wurde der Weg matschig und glatt. Und dann immer wieder dieser wahnsinnige Donner! Anscheinend war es ein sehr kleines Wärmegewitter, welches sich genau über dem "Kessel" des Prinz Luitpold Hauses festgesetzt hatte. Der Donner konnte wunderbar an den Wänden der Fuchskarspitze und des Wiedemerkopfes nachhallen...

Schließlich erreichte ich die Hütte, das Gewitter hatte nun schon fast wieder nachgelassen. Es war beachtlich wie schnell es sich gebildet und wieder verflüchtigt hatte... Auf der Hütte war viel Betrieb, aber ich konnte prima ausspannen, ein paar Bierchen geniessen und den Abend ausklingen lassen.

Tag 3

Die Nacht war recht gut verlaufen, ich hatte diesmal auch keine Probleme mit der Toilette. :-) Ich versuchte möglichst früh vor dem ganzen Pulk die Hütte zu verlassen. Es war wieder überaus frisch und ich versuchte mich durch schnelles gehen aufzuwärmen.

Prinz Luitpold Haus
Der Eindruck des Hochvogels vom Vortag war immer noch vorhanden. So beschloss ich einen Besteigungsversuch zu wagen. Bisher war ich aus eigener Kraft noch nie über 2500er Marke gekommen, ich war ziemlich aufgeregt! Zunächst hält man sich von der Hütte in Richtung Südosten, der Weg ist bezeichnet. Man quert öfters (je nach Schneelage bzw. Jahreszeit) einen kleinen Wasserfall, danach kann man sich entscheiden: entweder weiter über die Balkenscharte oder aber direkt über die Kreuz Spitze zur Kaltwinkelscharte. Ich entschied für letzteres.

Prinz Luitpold Haus von der Balkenscharte aus Blick zum Hohen Ifen von der Balkenscharte aus
Beim Aufstieg über die Kreuzspitze liegt bis weit in den Sommer hinein ein Restschneefeld, welches es zu queren gilt. Rechter Hand die aufragenden Felsen, linker Hand geht es abwärts - jedoch läuft das Schneefeld unten relativ weit aus. Es war bereits gespurt, doch mir wurde schon etwas "anders" zu Mute. Keine Menschenseele weit und breit. War ich hier richtig? Warum geht hier sonst niemand lang? Ist es zu schwierig für mich...?
Ich querte schließlich das Schneefeld und fand mich am Felsansatz wieder. Der Weiterweg war mit roten Punkten markiert, doch die gingen - für meine damaligen Verhältnisse - eigentlich senkrecht den Fels hinauf. Wahnsinn! :-) Ich kam mir wie ein richtiger Bergsteiger vor, es machte einen Heidenspass, doch das etwas ungute Gefühl blieb bestehen. Ein Blick zurück (linkes Bild) gab nun schon wieder die Sicht zur Hütte frei. Weiter gen Westen konnte ich bis zum Hohen Ifen und zum Gottesacker schauen.
An der Scharte angekommen dachte ich nun, dass ich schon recht hoch sein müßte. Doch der Schein trug, ab hier konnte man erstmal den Hochvogel von nahen sehen. Ein gewaltiges Panorama! Noch immer keine Menschenseele unterwegs und ich wurde immer unsicherer. Der Wind blies und ich dachte an das Gewitter von gestern. Ich spielte ab nun mit dem Gedanken umzukehren, doch ich ging noch fast bis zur Kaltwinkelscharte bis ich den endgültigen Entschluss fasste! Ich fühlte mich noch nicht richtig sicher in diesem Höhen und diesem Gelände, es war zu diesem Zeitpunkt mit meiner Erfahrung noch zu schwer für mich... also Umkehr!

Anmerkung: Etwa einen Monat später war es jedoch so weit, zusammen mit Michael und Matthias wagte ich einen zweiten Versuch und bestieg den Hochvogel über die gleiche Route. Den Bericht dazu gibt es hier. Objektiv kann man jedoch sagen, dass die kurzen Klettersteigpassagen als einfach einzustufen sind. In meinem Fall zeigte sich allerdings gut, dass selbst ein "einfacher Klettersteig" bereits zu anspruchsvoll sein kann! Würde man in eine Art Panik-Situation geraten, dann hätte man selbst in diesem Gelände ein ernsthaftes Problem!

Blick vom Wiedemer Kopf zum Prinz Luitpold Haus und Bockkar Scharte Blick vom Wiedemer Kopf zum Hochvogel Blick vom Wiedemer Kopf zum Hindelanger Klettersteig
So, Zeit war nun aber noch massig vorhanden. Beim Abstieg über das Schneefeld traf ich nun viele weitere Bergwanderer - ich war ganz einfach zu früh dran gewesen. Aber was solls, meine Entscheidung stand fest. Wieder am Prinz Luitpold Haus überlegte ich, was ich nun tun könnte. Das Wetter sah wieder bestens aus... also beschloß ich den Wiedemer Kopf (2165m) anzugehen. Von der Hütte aus hält man sich auf bezeichnetem Weg westlich, Richtung Himmelseck / Edmund Probst Haus / Kempter Hütte. Nach kurzer Zeit biegt ein Weg links ab (bezeichnet). Der Einstieg befindet sich vielleicht 5-10 Minunten hinter diesem Abzweig.
Die nun folgende Kraxelei zum Gipfel war überaus genußvoll. Auch hier gab es mehrere drahtseilversicherte Passagen, teilweise mußte man auch Hand anlegen, doch bereits jetzt war es nicht so abweisend wie kurze Zeit zuvor am Hochvogel. Nach vielleicht 45 Minuten stand ich alleine am Gipfel des Wiedemer Kopfes und konnte bei bester Sonne mein Mittag geniessen.
Linkes Bild: Blick hinunter zum Prinz Luitpold Haus. Oben im Bild die Bockkar Scharte. Mittleres Bild: Blick zum alles beherrschenden Hochvogel. Rechtes Bild: Gipfelkreuz des Wiedemer Kopf, Blick höchstwahrscheinlich hinüber zur Daumen-Gruppe.

Abstieg vom Prinz Luitpold Haus, Blick zum Großen Wilden und Schneck Abstieg vom Prinz Luitpold Haus, Blick zum Wiedemer Kopf
Ich lies mir viel Zeit am Gipfel, danach ging es gemächlich wieder zurück zur Hütte und an den Abstieg ins Tal. Der Weg über die Obere und Untere Bärgündele Alpe kann als typischer Hüttenzustieg eingestuft werden: keine Schwierigkeiten bei normalen Bedingungen. Es gibt schöne Ausblicke zum Großen Wilden und zur Schneck (linkes Bild). Je weiter man absteigt, desto besser wird ebenfalls der Blick zum Wiedemer Kopf frei. Von dieser tieferen Position wirkt er viel mächter als von der Bockkar Scharte oder von der Hütte aus (rechtes Bild).
Auf halber Strecke hatte ich nochmal großes Glück: auf nassem Fels rutsche ich aus und viel der Länge nach auf die Seite - Gott sei Dank war der Fels hier nicht spitz, sonst wäre mein Arm wohl nicht heil geblieben. Dies war für mich der Ausschlag zum Kauf eines Paars Wanderstöcke! Am Bärgündele Bach passiert man noch einen sehr beeindruckenden Wasserfall, danach ist man bereits kurze Zeit später unten im Tal und kann auch auf der Fahrstraße zum Giebelhaus (1065m) laufen. Von dort aus fährt ein Pendelbus bis nach Hinterstein, welchen in dann auch in Anspruch nahm.

Fazit

Super! Diese Tour war für mich die erste mehrtägige Bergtour, welche ich alleine unternahm. Das hat ohne Frage natürlich Vor- und Nachteile, Thema Sicherheit oder aber auch Spass mit Freunden. Was jedoch immer wieder eine tolle Erfahrung ist: das Erlebnis alleine in dieser Bergwelt umherzuspazieren und eben Entscheidungen über den Verlauf der Tour zu treffen... Das "Gefühl am Berg" ist allein ein anderes als wenn man mit "Holidrio" in der Gruppe unterwegs ist. Aber wie gesagt: ein Restrisiko bleibt im Gebirge immer bestehen und sollte auf keinen Fall unterschätzt werden!

Was die Tour ansich angeht: der Jubiläumsweg ist wirklich ein wunderbarer Höhenweg! Man sollte ihn wirklich in Richtung Hochvogel gehen, dieses Panorma bleibt unvergesslich! Hätte es neben dem Geißhorn und dem Rauhorn auch noch mit dem Hochvogel geklappt, dann wäre die Tour mit Sicherheit perfekt gewesen. So war es jedoch auch sehr schön. Man muß bedenken, dass der Hochvogel meist keine Bergeinsamkeit bietet...

Infos

Link auf andere Webseite | Link auf eine Seite von Sascha's Homepage | Link auf ein Bild