![]() |
· über gaehnchen.de
· · Tourenliste · Gipfelliste · Hüttenliste · · Links · Gästebuch · Sitemap · |
Hochvogel (2592m)Allgäuer Alpen, 26/27.08.2000 |
|
Vorgeschichte
An diesem Wochenende besuchten mich Michael und Matthias (Keule).
Wir wollten von Samstag zu Sonntag eine kleine Bergtour unternehmen. Da es
nun nach der Tour zum
|
|
Überblick
|
|
Tag 1
Samstag, den 05.08.2000, nahmen wir den 8:30 Uhr Bus in Hinterstein,
welcher uns binnen ca. 15 min zum Giebelhaus (1068m) im Ostrachtal kutschierte.
Es war noch recht frisch um diese Uhrzeit und wir folgten den
Beschilderungen Richtung Prinz Luitpold Haus. Erst einmal hiess dies weiter
der Strasse nach, vorbei am Täschlefall bis es links "runter" zur kleinen
Holzbrücke über den Bärgündele Bach ging. Ab hier geht es wieder bergauf:
Über die Untere Bärgündele Alpe ein noch normaler Bergwanderweg bis zum
Prinz Luitpold Haus. |
|
|
Vom Prinz Luitpold Haus aus ging es dann weiter Richtung Hochvogel (Süd-Westen). Nach ca. 20 min teilte sich der Weg. Wir hielten uns rechts, denn wir wollten die kleine "Kletterei" bei der Scharte über die Kreuspitz mitnehmen. Vor Beginn des Schotterfeldes (welches übrigens noch bis weit in den Juni herein ein Schneefeld sein kann) machten wir erstmal richtig Brotzeit. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Hütte und den Hindelanger Klettersteig (s. Foto). |
Prinz Luitpold Haus und Hindelanger Klettersteig |
Aufstieg durch diese Kreuzscharte |
Nach dem Schotterfeld begann dann die kleine Kletterei.
Für normale Flachlandtiroler wie wir war der "Einstieg" schon recht beeindruckend,
da es doch erstmal ein paar Meter richtig steil bergauf geht. Hat man diese Schwierigkeit
allerdings bewältigt, geht es gemässigter weiter bis hoch zur Scharte. Der gesamte
Abschnitt ist mit Drahtseilen gesichert und macht nach der "Eingewöhnung" mit
Sicherheit viel Spass. |
|
An der Scharte angekommen sieht man nun erstmal das eigentliche Ziel: den Gifel des Hochvogels. Das Foto ist leider etwas zurechtgeschrumpft, sonst könnte man noch das Gipfelkreuz erkennen. Von hier aus geht es nun rechts, teilweise ziemlich ausgesetzt, weiter am Hang entlang und dann erstmal wieder kurz runter zum "Im Kalten Winkel". Ab hier beginnt nun der eigentliche Gipfelanstieg und es geht wieder bergauf. Auf dem Foto läuft man sozusagen hinter dem mittleren Hügel. |
Von der Scharte aus den Hochvogel gesehen |
Blick zurück durch die Scharte |
Wie das Bild vorher habe ich auch dieses ein paar Wochen vorher aufgenommen. Man erkennt den Pfad durch das Schneefeld und der eine kleine Fleck ist eine andere Gruppe. Bei unserer jetziger Begehung war wie gesagt schon alles weggetaut, aber es hielt soweit ich weiss diesmal weit bis den Juni/Juli hinein. |
|
Hier waren wir dann schon hinter dem "Im Kalten Winkel" und hinter dem "Hügel in der Mitte" - das ist er nämlich, zurückgeblickt. Am unteren Bildrand kann man noch den Pfad und einen anderen Wanderer erkennen. Nuja, von hier aus ist es bis zum Gipfel nicht mehr weit, nur noch ca. 15 Minuten. Uns kamen viele Leute entgegen, die wahrscheinlich eher als wir oder eben morgens vom Prinz Luitpold Haus gestartet waren. War auch ganz gut so, oben waren eh schon genug Menschen. |
Da unten ging es lang |
Wir am Gipfelkreuz des Hochvogels |
Auf dem Gipfel angekommen musste natürlich das obligatorische
Gipfelfoto geschossen werden. Einen Helfer für diese Aufgabe zu finden war aufgrund des
Andranges auch nicht schwer. Am Horizont ganz rechts kann man das Zugspitzmassiv
erkennen. |
|
Durch das Wetter hatten wir aber grosses Glück mit der Sicht.
Richtung Nordwesten (da wo wir herkamen) konnte man die Kreuzspize erkennen,
dahinter recht klein das Prinz Luitpold Haus (roter Fleck). Weiterhin natürlich so
ziemlich der gesamte Hindelanger Klettersteig und ganz am Horizont die
|
Gipfel Hochvogel, Blick nach Nordwesten, Hindelanger Klettersteig |
Gipfel Hochvogel, Blick irgendwie nach Westen/Süden |
"Neben uns" genoss eine Gruppe weitaus erfahrener Herren ebenfalls die Sicht. Sie kannten sich weitaus besser als wir in der weiteren Gebirgsgegend aus und wussten in welcher Richtung man nun die Lechtaler oder die Silvretta zu suchen hatte. Auf dem Bild ist zudem ziemlich in der Mitte die Ötztaler Wildspitze zu sehen. |
|
Irgendwann mussten wir aber auch mal wieder runter. Nach ausgedehnter Rast mit Fotosessions und Brotzeit ging es dann den gleichen Weg wieder zurück. Am kalten Winkel schauten wir uns rechter Hand einmal kurz das noch vorhandene Schneefeld an. An diesem Tagen waren einige Leute jenen Weg hoch wie runter gegangen, aber sehr spassig stellten wir uns das nicht vor. Für uns ging es klar weiter in Richtung dieser Scharte erneut zur kleinen Kletterei. |
|
|
Runterwärts war nun für alle auch kein Problem mehr. Es war auch relativ warm, da die Sonne genau in diese Bucht schien. Allerdings kam mehr und mehr Wind auf, der dann doch den Wetterumschwung für den späten Abend und den nächsten Tag ankündigen sollte. |
Michael beim Abstieg |
Unser Schlafplatz im Prinz Luitpold Haus |
Das Prinz Luitpold Haus war an diesem Wochenende proppenvoll, das gute Wetter wollte natürlich ein jeder nochmal ausnutzen. Irgendwie hatte man uns eine Art "Hilfslager" oder was auch immer aufgedrückt. In dieser Schachtel verbrachten wir dann die Nacht. Platz hatte keiner so recht, vor allem in der Länge gab es Probleme. Aber was solls, lustig war es auf jeden Fall. Wir langen ja wenigstens noch neben dem Fenster... ;-) |
2. TagAm Sonntag (06.08.2000) war das Wetter dann tatsächlich umgeschlagen: Nebel war aufgezogen, die Sicht betrug höhstens 100m, es war richtig schön ungemütlich kühl und nach dem Mittag sollte es regnen. Aus Trotz blieben wir richtig lange liegen bis alle anderen aufgebrochen waren. Wir waren uns nicht sicher, was wir nun machen wollten. Komplett den selben Weg wieder absteigen wäre ziemlich öde gewesen. Allerdings konnte man ja auch Richtung Jubiläumsweg gehen und dann beim Schrecksee absteigen. Dies hatte auch den Vorteil, dass ich diesen Weg ja schon einmal in anderer Richtung gegangen bin uns somit die Verhältnisse kannte. Zeitlich war es auch machbar, nuja. Keule maulte zwar ein wenig, wurde dann aber mitgeschleift. Somit ging es erstmal wieder rund 300 Höhenmeter bergauf zur Bockkar Scharte (ich stelle gerade fest, dass die laut Karte ja tatsächlich genauso wie die beim Heilbronner Weg heisst). Man konnte nur noch rund 50m weit sehen und die Luftfeuchtigkeit betrug mit Sicherheit 150%. Wir passierten eine Gruppe Kletterer, die wohl eine Route in der Fuchskar Spitze klettern wollten und sich gerade aufwärmten. Ein paar Meter weiter stimmten sie auch noch irgendeinen Gesang an (freche Mäuler könnten auch behaupten Schimpansengebrülle), aber in dieser Situation kam das irgendwie cool. Aus dem Nichts hörten wir dann noch ein paar Glöckchen läuten, die sich nach kurzer Zeit als Anhängel von ein paar Schafen herausstellten. Und die blickten mit ihren langen Ohren noch dümmer als so manche Kuh drein. ;-) Nach rund 45 Minuten waren wir dann oben und es gab erstmal Frühstück... bis es anfing zu nieseln. Von der Scharte aus geht es wieder ca. 300m in scharfen Zickzacks über Schotter bergab. Ziemlich steil, aber immer noch besser als diesen Weg bergauf im Schnee. |
|
|
Ist dies geschafft ist man sozusagen am "eigentlichen" (?) Jubiläumsweg angekommen, der so relativ gemütlich bis zum Schrecksee verläuft. Besonders aus der anderen Richtung hat man die ganze Zeit den Hochvogel mit seinen zwei Flügeln vor sich, sehr hüsch. Zwischendurch kommen ca. ein oder zwei etwas abschüssigere Stellen ohne Drahtseilsicherung, aber im Normalfall ist dies recht gut zu schaffen. |
Jubiläumsweg, Blick ins Schwarzwassertal |
Jubiläumsweg, Bild von Michael. |
Hier ist so eine Stelle vom Jubiläumsweg zu sehen, welche etwas mehr Konzentration verlangt. Der Weg ist nicht besonders breit und auf einer Seite verschwindet der Schotter dann nach unten im Tal. Aber da ist man nach ca. 20m auch wieder gleich vorbei. |
|
Kurz vor dem Schrecksee erwischte es uns dann noch und es begann mehr oder weniger heftig zu regnen. Wir hatten natürlich das nötige dabei, aber eben nicht die Hyper-Ausrüstung, sondern nur paar Regencapes usw. Nach den paar Metern runterwärts sah man nun den Weg nicht mehr so richtig und für vielleicht 1 Minute waren wir uns tatsächlich nicht mehr recht sicher wo wir waren. Aber Gott sei Dank machte es plopp und der Schrecksee (1802m) - oder besser ein Teil, da man ja nicht viel sah - lag vor uns. Eine bessere Schottland-Stimmung kann ich mir kaum vorstellen: saftiges Grün, Wasser, Nebel und Regen. Es fehlte nur noch Nessi. |
Schrecksee im Nebel, Bild von Michael. |
|
Von hier aus geht es noch ca. 2 Stunden runter bis zur Strasse und zum Parkplatz Hinterstein, der Regen lies mit der Höhe auch nach. Auf dem Weg trafen wir noch ein Pärchen und einen einzelnen Mann, welche wohl noch Richtung Prinz Luitpold Haus wollten. Wir schafften es auch noch gerade rechtzeitig bevor es auch im Tal zu regnen begann. |
|
FazitFür mich war es eine sehr schöne Tour. Zu einen natürlich weil meine Freunde mit von der Partie waren, zum anderen aufgrund der abwechslungsreichen Strecke: normale Wege, Schotterfelder, kleine Klettereien, wunderbares Gipfelpanorama, angenehmer Höhenweg und eben das Wetter was für uns die zwei Tage ausser Schnee fast alles zu bieten hatte. Gerade die Kletterei würde/könnte ich im nachhinein jedem zum Antesten empfehlen, der vorhat zum ersten Mal einen "richtigen" Klettersteig oder generell mehr solche "Wege" zu gehen. Vom Schwierigkeitsgrad haben es auch Michael und Keule ohne grosse Probleme geschafft. Sie waren bis zu diesem Zeitpunkt ja noch weniger in solchen Gegenden unterwegs als ich und fanden dies auch mit die interessanteste Stelle auf dem Weg zum Hochvogel. Ausserdem bedarf es meiner Meinung nach auch keine überdurchschnittlichen Kondition. |
|
Verschiedene Informationen
|
|