Tag 2
Um 6:00 Uhr läuteten unsere Wecker. Nach einem Kaffee und einem erneuten
kleinen
Abstecher zur Kletterwand (38kB) ging es
7:30 Uhr dann los Richtung Süden zum Laufenbacher Weg. Auf dem
Bild sind wir vielleicht gerade 10 Minuten unterwegs: Im Hintergrund der klotzige
Bau der Bergstation der Nebelhornbahn. Rechts die etwas "holzige" Hütte ist das
Edmund Probst Haus. Oberhalb davon im Hang ist ein weiteres Haus zu sehen, bis
dorthin fährt eine weitere Kabinenbahn und von da aus geht (bzw. ging im
April 2000) ein Einser Sessellift bis hinauf zum Nebelhorn (2224m) mit dem
Gipfelrestaurant.
Nach etwa 10 Minuten gabelt sich der Weg. Weiter gen Süden geht es über den Gleitweg
hinab ins Oytal, uns führte es aber zunächst kurz gen Osten und dann wieder nach Süden
zum Laufenbacher Eck. Hier noch ein
Bild vom Weg (50kB).
Der Weg selber war in diesen Morgenstunden sehr angenehm, da wir immer im Schatten der
Seeköpfe laufen konnten und der Weg fast immer auf gleicher Höhe blieb. Hinunter hatten
wir eine tolle Aussicht auf den Seealpsee und im Süden türmten sich die Höfats
und der Allgäuer Hauptkamm auf. Der Höfats war ich bisher noch nie so nah
gewesen, die vier zackigen Grasgipfel sehen wirklich atemberaubend aus (einen Bericht einer
Überschreitung gibt es übrigens auf der Homepage von
Thorsten Liborius). Außerdem konnten wir ein paar
Gemsen sehen.
Hinter dem Schochen (2100m) wendet sich der Weg nach Osten. Ein, zwei Drahtseilversicherungen
"entschärfen" ein paar etwas ausgesetztere Stellen am Fels, ansonsten ist der Pfad bei
trockendem Wetter aber als unschwierig für (schwindelfreie) Wanderer einzustufen.
(siehe Bild)
Etwa 10 Uhr erreichten wir nach einem kurzem Aufstieg den Sattel des Laufenbacher
Ecks. Hier machten wir erstmal Rast und genossen die überwältigende Aussicht auf den
Hochvogel. Auch unsere Hütte für den Abend, das
Prinz Luitpold Haus, konnten wir schon erkennen.
Sebastian und ich stiegen noch kurz weiter zum Nordgipfel des Roßkopfes (2194m) hinauf. Dieser
ist relativ einfach durch eine kleine Kletterei und steiles Gras in vielleicht 10 Minuten vom
Sattel aus Richtung Süden zu erreichen. Oben sollte man aufpassen, da es auf der anderen Seite
gleich wieder rund 70 bis 100m steil bergab geht. Aber von hier aus hatten wir einen super
Blick auf unser großes Tagesziel: den Nordgipfel des Großen Wilden. Der komplette Nordgrat
war zu sehen. Auf dem Bild sieht man unseren Blick vom Roßkopf zum Großen Wilden.
Rechts ragt noch der Schneck etwas ins Bild. Auch deutlich zu erkennen: der ebenfalls mögliche
Aufstieg über die Gamswanne (Skitour). Hier gibt es noch ein Bild mit einem eingezeichneten
Routenverlauf (52kB).
Nach der Pause ging es weiter Richtung Osten/Südosten bergab. Der AV-Führer warnte vor dieser
Stelle bei starken Niederschlägen, aber auch so war es durch sehr trockenen Staub und kleinen
Steinchen etwas rutschig. Unsere Stöcke waren hier wieder sehr hilfreich! Etwa bei der Abzweigung
Prinz Luitpold Haus - Himmeleck trennten wir uns. Uli wollte nicht mit zum Großen Wilden und
machte sich schon langsam über die Schönberghütte zum Prinz Luitpold Haus auf. Sebastian und
ich gingen nach Süden zum Himmeleck.
Um ca. 12 Uhr erreichten wir den Himmeleck-Sattel (2007m).
Hier gibt es noch ein
Bild mit Blick zur Höfats (45kB)
und zur Mädelegabelgruppe vom Himmeleck-Sattel aus. Ab hier verließen wir
den normalen Wanderweg und gingen laut dem AV-Führer Allgäuer Alpen den Zugang zum Nordgrat.
Auf S.257 ist dies dort wunderbar zu erkennen. Den kleinen grünen Hügel (über dem Schriftzug
Himmeleck-Sattel) umgeht man rechts. Vor den brüchigen Felszähnen (unterhalb der unteren
Nummer "967") gelangt man schon auf einen kleinen Trampelpfad, der einen zunächst rechts
(westlich) um den Fels und danach sehr steil durch Gras wieder empor zum Grat führt. Sollte
es hier im Auf- oder Abstieg regnen, so hat man mit Sicherheit ernsthafte Probleme!
Auf dem Bild ist Sebastian zu sehen. Wir hatten da gerade das sehr steile Grasstück
hinter uns und waren am Grat angelangt. Bis zum richtigen Felsansatz gab es zwischen Gras
auch schon ein paar erste kleine Kletterstellen. Ach ja: etwas steiler und abschüssiger
ist es schon, als wie es aussieht. ;-)
Am folgenden Felsansatz ließen wir unsere großen Rucksäcke zurück und machten uns
endgültig auf zum Gipfel. Der gesamte Weg ist ab hier mehr oder weniger mit roten Punkten
und Strichen markiert, außerdem erkennt man des öfteren noch deutliche Pfadspuren. Ein
Nicht-Finden der Route kann somit eigentlich fast ausgeschlossen werden.
Zunächst klettert man weiter durch steiles Gras und Fels etwas empor. Dies war eigentlich neben
dem bisherigen Grasanstieg schon die unangenehmste Stelle, da der Fels teilweise oft sehr
brüchig war und es hinter einem gehörig bergab geht. Wieder direkt am Grat geht es ohne
Einsatz der Hände weiter, allerdings hat man teilweise nur ca. 1m Platz und links wie
rechts geht es mindetens 100m steil runter. :-) Fast unbemerkt erreicht man einen kleinen
Turm (im AV-Führer auf S.257 schräg links unter der oberen Nummer "967"), von welchem es
dann wieder mit Kletterei kurz hinunter in eine Scharte geht. Dies ist auch gerade auf
dem Bild zu sehen. Sebastian klettert gerade in die Scharte hinter dem kleinen Turm hinunter.
Der Weg führte direkt über den Turm!
Hier folgen nun die beschriebenen zerrissenen Platten. An diesem Punkt wurde es
allerdings nun Sebastian zu heikel und er beschloß nach einem kleinen Versuch nicht weiter
aufzusteigen (siehe Bild). Mit der Kletterei
bergauf bzw. der Höhe hatte er keinerlei Probleme und war sicher, allerdings ist es für ihn
bergab immer etwas unangenehmer gewesen und er wollte kein Risiko eingehen dann
"oben festzusitzen". Bis zu diesem Punkt hatten wir aber schon II'er Stellen gehabt und man
muß zu "seiner Verteidigung" sagen, dass es für ihn erst die dritte Tour in den Bergen
war. Somit war es zwar Schade recht kurz vor dem Gipfel aufzugeben, insgesamt war dies aber
natürlich die richtige Entscheidung gewesen!
Sebastian wartete also und ich nahm die letzten Höhenmeter alleine in Angriff. Nach den
Platten wurde der Weg mehr und mehr geröllhaltiger aber ich kam dennoch recht gut und
problemlos vorran.
Etwa 13:30 Uhr hatte ich es dann geschafft, der Nordgipfel des Großen Wilden
(2370m) war erreicht. Keine Menschenseele weit und breit, nur die Berge und ich. ;-)
Die Aussicht war wie schon erwartet Klasse: fast die gesamten Allgäuer waren
überblickbar! Herrausragend natürlich die
Höfats (45kB, Bildmitte, davon obenhalb rechts der Hohe
Ifen) und der
Hochvogel (45kB) mit dem "dahinter" liegenden Wettersteingebirge.
Auch die hohen Gipfel der Lechtaler zeigten sich, doch leider konnte ich dazu keine Namen
oder ähnliches zuordnen. Hier gibt es
noch ein Gipfelfoto (46kB) in Richtung der
Mädelegabelruppe und das gleiche Foto mit
den Namen der Gipfel (52kB, vielen Dank dafür an
Werner Epp!).
Nach ein paar Fotos ging es dann aber wieder an den Abstieg, denn
von Westen her verschlechterte sich das Wetter und die Cumuluswolken ragten schon ziemlich
weit in den Himmel hoch. Auf dem Bild dominiert der Hochvogel, rechts daneben am Horizont
das Wettersteingebirge
Bis zu Sebastian war es nicht weit, aber gleich ein paar Meter unter dem Gipfel war ich
für eine Sekunde nicht ganz aufmerksam und rutschte auf dem Geröll aus. Es passierte zwar
nichts da es noch nicht wieder ausgesetzt war und ich mich sofort abfangen konnte, aber ein
spitzer Fels schlitze doch ein wenig meine linke Hand auf und ich wurde jäh dran erinnert,
das man hier nur absolut konzentriert gehen darf oder gar nicht! Auf dem Bild wartete
Sebastian gerade auf dem kleinen Turm und wir fotografieren uns gegenseitig - sein Bild
habe ich allerdings noch nicht. ;-) Etwa in Bildmitte kann man den letzten Teil des
Wegverlaufes vom Laufenbacher Eck zum Himmeleck-Sattel sehen (weiterer Wegverlauf links
aus dem Bild raus zum Sattel). In Serpentinen geht es außerdem runter zur
Schönberghütte.
Zusammen stiegen wir dann wieder problemlos zu unseren Rucksäcken ab und entschieden uns,
nicht den Weg zurück zum Himmeleck-Sattel, sondern durch den unteren Teil der Gamswanne
gleich zur Schönberghütte zu gehen. Wir hofften dadurch das steile Gras beim Zustieg zu
umgehen. Allerdings wurde daraus nichts, denn auch hier wurde das Gras nach etwas Geröll
sehr steil und wir kämpften uns von Stufe zu Stufe herunter. Gegen 15 Uhr erreichten
wir schließlich die kleine Schönberghütte, bei welcher man aber soweit ich weiß nicht
übernachten kann und die auch nicht bewirtschaftet ist.
Von der Schönberghütte war es dann noch eine gute Stunde bis zum Luitpold Haus,
welches wir somit ca. 16 Uhr erreichten. Uli war bereits da und hatte es sich
auf der Terasse gemütlich gemacht. Die Hütte war auch hier nicht voll, manche
Matratzen in der Lagern waren noch frei und viele Leute konnten sich so etwas extra legen
und hatten mehr Platz. Essen und Bier waren gewohnt gut und man konnte die kalte Dusche
kostenlos nutzen. Am Abend regnete wie erwartet noch kurz, aber danach klarte es auch schon
wieder etwas auf. Auf dem Bild haben wir die Hütte bald erreicht. Im Hintergrund ist
die Westwand der Fuchskarspitze zu sehen.
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