Bericht
Wie schon geschrieben kam diesmal nur Uli mit. Er war bis dato schon länger
nicht mehr unterwegs gewesen und somit war ihm "die Kürze" der Tour nur recht.
Etwa gegen 9:00/9:30 Uhr kamen wir in Oberammergau an. Schnee gab es noch
genug, die Temperaturen waren recht knackig kalt und das Wetter war eher
durchwachsen. Der Kofel, das Matterhorn von Oberammergau, lag komplett in
den Wolken und es schneite leicht.
Zunächst mußten wir ein wenig suchen von wo es denn überhaupt los geht. Wir
hielten uns südlich, querten die Ammer und die B23 und folgten dann den
Langlaufloipen. Nach vielleicht 500m sieht man rechter Hand schon erste
Wegweiser, jetzt konnte nicht mehr viel schief gehen. ;-)
Nach einem sehr kurzem "Anstieg" steht man an einer Lichtung. Hier geht man
einfach geradeaus nach Westen weiter und gelangt schließlich in den Wald und
zum eigentlichem Weg. Nun beginnt der Anstieg in nicht enden wollenden
Serpentinen. Der Weg war bereits komplett gespurt, um nicht zu sagen breit
getrampelt. :) Uli und ich kamen recht gut voran, allerdings schafft man durch
die wahnsinnig vielen Serpentinen nicht unbedingt viele Höhenmeter. Bis auf
eine recht freie Stelle bleibt man die ganze Zeit im Wald (siehe Bilder).
Auf etwa 1215m gelangten wir an eine Kreuzung, kurz davor linker Hand steht auch
ein kleiner Unterstand. Hier hält man sich nördlich und nach kurzer Zeit erreicht
man die ersten Drahtseilversicherungen, welche bis zum Gipfel
hochführen. Hier kamen uns ein paar Wanderer entgegen, welche schon oben gewesen
waren. Uli entschied sich dann die letzten Meter lieber doch nicht mitzukommen.
Die erste "Klettersteigpassage" war ein wenig ausgesetzt (links Bild).
Die Versicherungen waren gut, aber lagen zu einem Großteil unter dem Schnee, so dass
es dann zumindest im Abstieg ein wenig heikel war.
An einer kleinen Scharte erreichte ich dann den
Felsansatz und die allerletzten Meter zum Gipfel geht es nun wieder in Richtung
Osten. Ab hier hat man zum ersten Mal einen Tiefblick nach Oberammergau, bei mir
war allerdings der Großteil vernebelt (links Bild). Wieder gab es einige Drahtseile
und diesmal war zumindest ich absolut darauf angewiesen, denn die Felsen waren vereist!
Ohne die Sicherungen zum Festhalten und Hochziehen wäre ich nicht weiter gekommen. Es ist
recht gut so etwas mal zu erleben, denn so richtig vorstellen was dies z.B. im Falle eines
Wettersturzes bedeuten würde war mir bis dato nicht klar gewesen. Man muß es sich
tatsächlich wie eine spiegelglatte zugefrorene Pfütze vorstellen. Die ist nun vielleicht
30° bis 45° steil, hier und da ragen mehr oder wenige spitze Felsen hinaus und man
soll da hochkommen und vor allem heil runterkommen. Ohne Steigeisen ist dies imho absolut
nicht oder nur mit großer Gefahr möglich! (mittleres Bild)
Die Sicht am Gipfel war dann recht beschränkt (rechtes Bild), so dass ich nur
kurz eine Brotzeit einlegte und dann wieder zurück zu Uli an die Kreuzung bin.
Nahe der Kreuzung befindet sich eine kleine Schutzhütte, dort gab es eine kurze Brotzeit.
Man sollte sich dort ein wenig Zeit zum Lesen der vielen Inschriften in der Hütte
nehmen, es ist wirklich interessant, was die Leute dort so alles getrieben haben. *g*
Für den Abstieg wählten wir den gleichen Weg. Wie schon bei der ersten Wintertour kommt man
dabei im Vergleich zum Sommer im Schnee wirklich wahnsinnig schnell voran! Ich möchte
fast behaupten, dass man nur 1/3 bis 1/2 der Aufstiegszeit benötigt.
Es klarte interessanterweise auch immer mehr auf und unten am Parkplatz bot sich uns ein
imposanter hinauf zum Kofel und es wurde klar, warum der Berg den Beinamen "Matterhorn
von Oberammergau" trägt.
Diese drei Fotos sind von der Webcam auf der Homepage von
www.oberammergau.de vom
31.12.2001 übernommen. Sie zeigen recht gut den Verlauf des Wetters an
jenem Tag. In den roten Kreisen von links nach rechts Ziegelspitz,
Notkarspitze, Kofel.
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