· über gaehnchen.de ·
· Tourenliste · Gipfelliste · Hüttenliste ·
· Links · Gästebuch · Sitemap ·


Kofel (1342m)

Ammergauer Alpen, 31.12.2001

Vorgeschichte

Nachdem der übliche Weihnachtsmarathon daheim überstanden war, ging es schon für Silvester wieder zurück nach München. Nachdem die erste Tour im Winter so gut geklappt und vor allem riesigen Spass bereitet hatte, wollte ich dies natürlich so schnell wie möglich wiederholen. Das Ziel fiel letztenendes auf den Kofel bei Oberammergau, da Sebastian und mir dies von einem Wanderer beim letzten Mal als sehr schöne und nicht zu lange Tour empfohlen wurde. Mitgekommen ist dann aber trotzdem "nur" noch der Uli.

*

Überblick

  • mit dem Auto von München nach Oberammergau (873m)
  • Parkmöglichkeit in der Nähe des Campingplatzes
  • Unterführung B23 in Richtung Döttenbühl (877m)
  • Aufstieg von Osten her
  • Weggabelung auf 1215m
  • Aufstieg zum Kofel, kurzer Steig
  • Kofel (1342m)
  • gleicher Weg zurück

*

Bericht

Wie schon geschrieben kam diesmal nur Uli mit. Er war bis dato schon länger nicht mehr unterwegs gewesen und somit war ihm "die Kürze" der Tour nur recht. Etwa gegen 9:00/9:30 Uhr kamen wir in Oberammergau an. Schnee gab es noch genug, die Temperaturen waren recht knackig kalt und das Wetter war eher durchwachsen. Der Kofel, das Matterhorn von Oberammergau, lag komplett in den Wolken und es schneite leicht.

Zunächst mußten wir ein wenig suchen von wo es denn überhaupt los geht. Wir hielten uns südlich, querten die Ammer und die B23 und folgten dann den Langlaufloipen. Nach vielleicht 500m sieht man rechter Hand schon erste Wegweiser, jetzt konnte nicht mehr viel schief gehen. ;-)

Aufstieg zum Kofel, freie waldlose Stelle Zwischenzeitlich konnten wir verschwommen das Gipfelkreuz sehen Uli im Schnee
Nach einem sehr kurzem "Anstieg" steht man an einer Lichtung. Hier geht man einfach geradeaus nach Westen weiter und gelangt schließlich in den Wald und zum eigentlichem Weg. Nun beginnt der Anstieg in nicht enden wollenden Serpentinen. Der Weg war bereits komplett gespurt, um nicht zu sagen breit getrampelt. :) Uli und ich kamen recht gut voran, allerdings schafft man durch die wahnsinnig vielen Serpentinen nicht unbedingt viele Höhenmeter. Bis auf eine recht freie Stelle bleibt man die ganze Zeit im Wald (siehe Bilder).

letztes Steilstück hinauf zum Gipfel letztes Steilstück hinauf zum Gipfel
Auf etwa 1215m gelangten wir an eine Kreuzung, kurz davor linker Hand steht auch ein kleiner Unterstand. Hier hält man sich nördlich und nach kurzer Zeit erreicht man die ersten Drahtseilversicherungen, welche bis zum Gipfel hochführen. Hier kamen uns ein paar Wanderer entgegen, welche schon oben gewesen waren. Uli entschied sich dann die letzten Meter lieber doch nicht mitzukommen. Die erste "Klettersteigpassage" war ein wenig ausgesetzt (links Bild). Die Versicherungen waren gut, aber lagen zu einem Großteil unter dem Schnee, so dass es dann zumindest im Abstieg ein wenig heikel war.

Blick vom Kofel hinunter nach Oberammergau Vereiste Felsen und Drahtseile kurz vor dem Gipfel, Meinereiner am Gipfel des Kofel
An einer kleinen Scharte erreichte ich dann den Felsansatz und die allerletzten Meter zum Gipfel geht es nun wieder in Richtung Osten. Ab hier hat man zum ersten Mal einen Tiefblick nach Oberammergau, bei mir war allerdings der Großteil vernebelt (links Bild). Wieder gab es einige Drahtseile und diesmal war zumindest ich absolut darauf angewiesen, denn die Felsen waren vereist! Ohne die Sicherungen zum Festhalten und Hochziehen wäre ich nicht weiter gekommen. Es ist recht gut so etwas mal zu erleben, denn so richtig vorstellen was dies z.B. im Falle eines Wettersturzes bedeuten würde war mir bis dato nicht klar gewesen. Man muß es sich tatsächlich wie eine spiegelglatte zugefrorene Pfütze vorstellen. Die ist nun vielleicht 30° bis 45° steil, hier und da ragen mehr oder wenige spitze Felsen hinaus und man soll da hochkommen und vor allem heil runterkommen. Ohne Steigeisen ist dies imho absolut nicht oder nur mit großer Gefahr möglich! (mittleres Bild) Die Sicht am Gipfel war dann recht beschränkt (rechtes Bild), so dass ich nur kurz eine Brotzeit einlegte und dann wieder zurück zu Uli an die Kreuzung bin.

Kurze Rast an der Hütte vor dem Abstieg
Nahe der Kreuzung befindet sich eine kleine Schutzhütte, dort gab es eine kurze Brotzeit. Man sollte sich dort ein wenig Zeit zum Lesen der vielen Inschriften in der Hütte nehmen, es ist wirklich interessant, was die Leute dort so alles getrieben haben. *g* Für den Abstieg wählten wir den gleichen Weg. Wie schon bei der ersten Wintertour kommt man dabei im Vergleich zum Sommer im Schnee wirklich wahnsinnig schnell voran! Ich möchte fast behaupten, dass man nur 1/3 bis 1/2 der Aufstiegszeit benötigt.

Blick von der Lichtung zum Kofel Blick vom Parkplatz in Oberammergau zum Kofel
Es klarte interessanterweise auch immer mehr auf und unten am Parkplatz bot sich uns ein imposanter hinauf zum Kofel und es wurde klar, warum der Berg den Beinamen "Matterhorn von Oberammergau" trägt.

Webcam Oberammergau 31.12.01, 09:00 Uhr Webcam Oberammergau 31.12.01, 12:00 Uhr Webcam Oberammergau 31.12.01, 15:00 Uhr
Diese drei Fotos sind von der Webcam auf der Homepage von web www.oberammergau.de vom 31.12.2001 übernommen. Sie zeigen recht gut den Verlauf des Wetters an jenem Tag. In den roten Kreisen von links nach rechts Ziegelspitz, Notkarspitze, Kofel.

*

Fazit

Tjo, trotz des nicht so tollen Wetters eine echt coole Tour, vor allem eben durch die kleinen Klettersteigpassagen am Gipfel. An schönen Tagen im Sommer wird er aber mit Sicherheit hoffnungslos überlaufen sein.

Zur Schwierigkeit: im Rother Klettersteig Atlas ist der kurze Steig am Gipfel als "unschwierig, sehr kurz" eingeordnet. Im Sommer würde ich dem voll zustimmen, allerdings sei trotzdem auf die ausgesetzte Stelle hingewiesen, welche ganz einfach die übliche Trittsicherheit verlangt. Im Winter spielen halt die tagesaktuellen Verhältnisse eine größere Rolle. Wären beispielsweise die Sicherungen komplett verschneit gewesen und die Schneeverhältnisse extrem ungünstig, so muß jeder selbst wissen, was er sich zumuten kann.

*

* Link auf andere Webseite | * Link auf eine Seite von Sascha's Homepage | * Link auf ein Bild