Vorgeschichte
Das ursprüngliche Ziel dieser Tour war die Überschreitung der Kramer
Spitz über St. Martin, Kramersteig und Stepberg Alm. Zunächst wollten
Sebastian und ich die Sache zu zweit angehen, allerdings kamen dann noch
Michael und Silke hinzu. Die Länge der Tour und die
Kürze der Tage im Winter forderten ein frühes Aufbrechen, doch ich wurde
für meine Vorstellungen fast gesteinigt. ;-) Somit brachen wir etwa 6:30
Uhr in München auf und waren ca. 8:00 Uhr vor Ort und startbereit, was
allerings nach unserer Planung wohl auch ausgereicht hätte.
Um es gleich vorweg zu nehmen: wir kamen nicht mal bis zur Kramerspitz
und es gab mal wieder eine Lektion, nach was man sich im Gebirge zu richten
hat. Außerdem: Silke war bis dato weder Sommer noch im Winter bergwandern
gewesen, ist aber konditionell überaus fit sowie hat keine Probleme
mit der Höhe oder ähnlichen Dingen!
|
Bericht
Das Finden des richtigen Ausgangsortes gestaltete sich trotz Karte mal wieder
ein wenig schwierig, wir parkten schließlich irgendwo zwischen Sonnenbichl und
Garmisch in der Nähe des ersten erspähten Wegweisers. ;-) Zunächst ging es
wieder nicht enden wollende breite geteerte Fortstraßen bergauf. Der Wetterbericht
hatte für den Tagesverlauf eigentlich eine sich mehr oder weniger durchsetzende
Sonne angekündigt, allerdings war bisher davon noch nicht viel zu sehen. Alles
war bedeckt und extrem wärmer als wie zumindest ich erwartet hätte.
Ab einem kleinen Gasthaus (nach der Karte wohl dieses ominöse St. Martin auf
1028m) wurde aus der Autobahn endlich ein "richtiger Wanderweg"...
Dieser Wanderweg hatte wie auf dem linken Bild zu sehen hier und da ein paar
Stellen mit "Tiefblick" und war wirklich sehr schön! Im Sommer bestimmt recht
überlaufen - da gut befestigt - bot sich uns eine prima "Wegeinsamkeit". Der
Schnee war meist gut gefestigt bzw. platt getreten, oftmals gab es hier und da
recht rutschige eisige Stellen die zur Vorsicht mahnten.
Die
Alpspitze war
noch wolkenfrei (mittleres Bild) und bot einen imposanten Blick auf ihren
Ostgrat und ihre Nordwand. Laut Karte teilte sich auf etwa 1600m der Weg. Rechter Hand
geht es in Richtung Königsstand, links hoch (ausgeschildert) weiter zur Kramerspitz.
Ab hier wurde es dann etwas steiler und auch die Schneemenge erhöhte sich - trotzdem
noch alles bestens gespurt. Nach einer Weile erreichten wir eine Art "Aussichtspunkt"
(rechtes Bild). Auf der einen Seite zeigte sich unser Ziel, die Kramerspitz,
auf der anderen eine super Aussicht hinunter nach Garmisch und hinüber ins Wetterstein
und Karwendel. Wahrscheinlich hatte hier eine Gruppe zu Silvester biwakiert, denn eine
Fläche von ca. 3 m² wurde bestens geebnet und etwas windsicher gemacht. Mit Sicherheit
ein genialer Platz zum Bestaunen eines Silvesterfeuerwerks von der anderen Seite. *g*
Wir folgten weiter den Spuren im nun recht verharschten und teilweise etwas "eisigen"
Schnee. Einige Abschnitte wurden wieder etwas steiler und sporadisch sank man
hier und da mal bis zu den Knien ein (linkes Bild). Im Nordosten zeigten sich die
südlichen Gipfel des Estergebirges: Hoher Fricken und Wank (mittleres Bild von links
nach rechts). Im Südosten waren wolkenverhangen die Ausläufer des Karwendel zu
erkennen, zwischenzeitlich riss es kurz auf und wir freuten uns schon auf Sonne am Gipfel,
aber daraus sollte nichts werden (rechtes Bild).
Die Spuren hielten sich eigenartiger weise eher östlich und wir bemerkten in der Nähe eines
kleinen Sattels, dass sie nicht in Richtung Kramerspitz führten, sondern laut Karte
wahrscheinlich zu dem "Punkt 1817m". Er lag östlich des Sattels und ist ohne Namen vermerkt.
Der grobe Wegverlauf des Kramersteigs war zwar ersichtlich und die Kramerspitz selber war auch
zu sehen, aber wie wir irgendwelche "Steilaufschwünge" zu umgehen hatten, dass konnten wir
von dieser Position nicht ausmachen. Stellenweise gab es ausserdem in Richtung der recht steilen
Südabstürze der Roßkarköpfe und der Kramerspitz Verwächtungen. Ein Entschluß war recht
schnell gefaßt: erstmal weiter den Spuren nach zum "Punkt 1817m" und rasten. Danach wollten
wir zumindest bis zum Sattel schauen und überlegen, ob wir vielleicht einen Teil des Weges
machen und dann entsprechend den Verhältnissen sowie Lust und Laune abbrechen.
Die Spuren führten tatsächlich hoch bis zum "Punkt 1817m" weiter, doch nun bekamen
wir einen guten Vorgeschmack, was uns denn bis zur Kramerspitz erwarten würde: der Harschdeckel
des Schnees war zwar recht fest, aber er trug einen nicht ständig. Manchmal lies es sich normal
gehen, manchmal sank man knöcheltief ein, manchmal knietief und ab und zu hängt man bis zur
Hüfte drinnen. Spassig, anstrengend, zeitintensiv. ;-) Am Gipfel war es dann überaus windig
und kalt, so dass wir doch nur kurz ein paar Fotos machten. Zu den Bildern von links nach rechts:
-
Blick nach Nordosten zum Ettaler Mandl (der spitze Zacken etwas recht von der Bildmitte).
Links daneben der Laber. Weiter im Vordergrund dürfte von links ins Bild der "Grat" Ziegel Spitz
zum Ochsensitz hineinragen.
-
Silke und Michael. Gleich links neben den Stöcken der Heimgarten. Zwischen den Rucksäcken
und Michael das
Estergebirge.
Die beiden höhsten sichtbaren Erhebungen sind links das Kareck oder der Obere Rißkopf sowie
rechts der Bischof.
-
Kleines Gruppenbild. Im Hintergrund scheint das Karwendel durch. ;-)
-
Sebastian, meinereiner und Michael. Genau hinter Michael wäre die Zugspitze, welche aber
nun ebenfalls wie die
Alpspitze
komplett in den Wolken hang.
Zurück am Weg versuchten wir also bis zum Sattel zu gelangen, dort stand letztenendes auch
ein kleiner Wegweiser (Bild ganz links, die anderen kommen gerade hinunter zum Sattel).
Abseits der Spuren ergab sich dann aber nur
noch ein hüfttiefes Gewühle, so dass an die Kramerspitz aufgrund unserer fehlenden Erfahrung
wirklich nicht mehr zu denken war. Michael und ich beschlossen noch ein wenig weiter zu
gehen, da es nichts desto trotz natürlich irrsinnig Spass machte (zweites Bild von links).
Auf einer kleinen Anhöhe hatten wir einen Blick zurück auf den Wegverlauf hoch zum "Punkt 1817m",
Silke und Sebastian sind zumindest auf dem Dia selber recht klein zu erkennen (zweites
Bild von rechts). Danach ging es wieder zurück zu den beiden und wir stiegen auf dem
gleichen Weg wieder ab.
Der Abstieg gestaltete sich nun wie auf den paar Wintertouren vorher auch sehr lustig,
denn man kommt bei entsprechender Steilheit wirklich erstaunlich schnell voran. Fast ständig
kann man rutschen oder rumhüpfen... Auf dem Bild nochmal Silke, Michael und Sebastian,
im Hintergrund der Wank.
Anzumerken sei noch, dass wir im Abstieg zwei Sologänger getroffen haben. Zumindest der erste
versuchte sich wohl intensiver an der Kramerspitz und kam wie wir von dem Aussichtpunkt auch
sehen konnten wohl weiter als Michael und ich. Machbar wird es mit der nötigen Erfahrung oder
vielleicht auch nur mit dem Wissen um des genauen Wegverlaufes (z.B. vom Sommer her) also
gewesen sein, bloß nunja... wenn man beides nicht hat, sollte man es imho lieber lassen!
|