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Versuch Kramerspitz (1985m)

Ammergauer Alpen, 12.01.2001

Vorgeschichte

Das ursprüngliche Ziel dieser Tour war die Überschreitung der Kramer Spitz über St. Martin, Kramersteig und Stepberg Alm. Zunächst wollten Sebastian und ich die Sache zu zweit angehen, allerdings kamen dann noch Michael und Silke hinzu. Die Länge der Tour und die Kürze der Tage im Winter forderten ein frühes Aufbrechen, doch ich wurde für meine Vorstellungen fast gesteinigt. ;-) Somit brachen wir etwa 6:30 Uhr in München auf und waren ca. 8:00 Uhr vor Ort und startbereit, was allerings nach unserer Planung wohl auch ausgereicht hätte.
Um es gleich vorweg zu nehmen: wir kamen nicht mal bis zur Kramerspitz und es gab mal wieder eine Lektion, nach was man sich im Gebirge zu richten hat. Außerdem: Silke war bis dato weder Sommer noch im Winter bergwandern gewesen, ist aber konditionell überaus fit sowie hat keine Probleme mit der Höhe oder ähnlichen Dingen!

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Überblick

  • mit dem Auto von München nach Garmisch (708m)
  • Aufstieg zum St. Martin (1028m)
  • weiter bis zur Abzweigung zum Kramersteig
  • Sattel zwischen den Roßkarköpfen und dem "Punkt 1817m" davon östlich
  • noch Aufstieg bis zum Punkt "1817m"
  • Abstieg wie Aufstieg

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Bericht

Das Finden des richtigen Ausgangsortes gestaltete sich trotz Karte mal wieder ein wenig schwierig, wir parkten schließlich irgendwo zwischen Sonnenbichl und Garmisch in der Nähe des ersten erspähten Wegweisers. ;-) Zunächst ging es wieder nicht enden wollende breite geteerte Fortstraßen bergauf. Der Wetterbericht hatte für den Tagesverlauf eigentlich eine sich mehr oder weniger durchsetzende Sonne angekündigt, allerdings war bisher davon noch nicht viel zu sehen. Alles war bedeckt und extrem wärmer als wie zumindest ich erwartet hätte.
Ab einem kleinen Gasthaus (nach der Karte wohl dieses ominöse St. Martin auf 1028m) wurde aus der Autobahn endlich ein "richtiger Wanderweg"...

Aufstieg, Blick in Richtung Garmisch und Karwendel Aufstieg, Blick zur Alpspitze, links der Ostgrat Der Biwakplatz
Dieser Wanderweg hatte wie auf dem linken Bild zu sehen hier und da ein paar Stellen mit "Tiefblick" und war wirklich sehr schön! Im Sommer bestimmt recht überlaufen - da gut befestigt - bot sich uns eine prima "Wegeinsamkeit". Der Schnee war meist gut gefestigt bzw. platt getreten, oftmals gab es hier und da recht rutschige eisige Stellen die zur Vorsicht mahnten.
Die local Alpspitze war noch wolkenfrei (mittleres Bild) und bot einen imposanten Blick auf ihren Ostgrat und ihre Nordwand. Laut Karte teilte sich auf etwa 1600m der Weg. Rechter Hand geht es in Richtung Königsstand, links hoch (ausgeschildert) weiter zur Kramerspitz. Ab hier wurde es dann etwas steiler und auch die Schneemenge erhöhte sich - trotzdem noch alles bestens gespurt. Nach einer Weile erreichten wir eine Art "Aussichtspunkt" (rechtes Bild). Auf der einen Seite zeigte sich unser Ziel, die Kramerspitz, auf der anderen eine super Aussicht hinunter nach Garmisch und hinüber ins Wetterstein und Karwendel. Wahrscheinlich hatte hier eine Gruppe zu Silvester biwakiert, denn eine Fläche von ca. 3 m² wurde bestens geebnet und etwas windsicher gemacht. Mit Sicherheit ein genialer Platz zum Bestaunen eines Silvesterfeuerwerks von der anderen Seite. *g*

steilere Stück am Kramersteig, Blick hinunter nach Garmisch Oberer Rißkopf und Wank Die Sonne durchbricht die Wolken beim Karwendel, im Vordergrund das Kreuzeck
Wir folgten weiter den Spuren im nun recht verharschten und teilweise etwas "eisigen" Schnee. Einige Abschnitte wurden wieder etwas steiler und sporadisch sank man hier und da mal bis zu den Knien ein (linkes Bild). Im Nordosten zeigten sich die südlichen Gipfel des Estergebirges: Hoher Fricken und Wank (mittleres Bild von links nach rechts). Im Südosten waren wolkenverhangen die Ausläufer des Karwendel zu erkennen, zwischenzeitlich riss es kurz auf und wir freuten uns schon auf Sonne am Gipfel, aber daraus sollte nichts werden (rechtes Bild).
Die Spuren hielten sich eigenartiger weise eher östlich und wir bemerkten in der Nähe eines kleinen Sattels, dass sie nicht in Richtung Kramerspitz führten, sondern laut Karte wahrscheinlich zu dem "Punkt 1817m". Er lag östlich des Sattels und ist ohne Namen vermerkt. Der grobe Wegverlauf des Kramersteigs war zwar ersichtlich und die Kramerspitz selber war auch zu sehen, aber wie wir irgendwelche "Steilaufschwünge" zu umgehen hatten, dass konnten wir von dieser Position nicht ausmachen. Stellenweise gab es ausserdem in Richtung der recht steilen Südabstürze der Roßkarköpfe und der Kramerspitz Verwächtungen. Ein Entschluß war recht schnell gefaßt: erstmal weiter den Spuren nach zum "Punkt 1817m" und rasten. Danach wollten wir zumindest bis zum Sattel schauen und überlegen, ob wir vielleicht einen Teil des Weges machen und dann entsprechend den Verhältnissen sowie Lust und Laune abbrechen.

Gipfel 1817m, Blick Richtung Nord-Ost zum Ettaler Mandl Gipfel 1817m, Blick zum Heimgarten und auf das Estergebirge Gipfel 1817m, Blick Richtung Karwendel und östliches Wetterstein Gipfel 1817m, Blick in Richtung Zugspitze
Die Spuren führten tatsächlich hoch bis zum "Punkt 1817m" weiter, doch nun bekamen wir einen guten Vorgeschmack, was uns denn bis zur Kramerspitz erwarten würde: der Harschdeckel des Schnees war zwar recht fest, aber er trug einen nicht ständig. Manchmal lies es sich normal gehen, manchmal sank man knöcheltief ein, manchmal knietief und ab und zu hängt man bis zur Hüfte drinnen. Spassig, anstrengend, zeitintensiv. ;-) Am Gipfel war es dann überaus windig und kalt, so dass wir doch nur kurz ein paar Fotos machten. Zu den Bildern von links nach rechts:

  • Blick nach Nordosten zum Ettaler Mandl (der spitze Zacken etwas recht von der Bildmitte). Links daneben der Laber. Weiter im Vordergrund dürfte von links ins Bild der "Grat" Ziegel Spitz zum Ochsensitz hineinragen.
  • Silke und Michael. Gleich links neben den Stöcken der Heimgarten. Zwischen den Rucksäcken und Michael das local Estergebirge. Die beiden höhsten sichtbaren Erhebungen sind links das Kareck oder der Obere Rißkopf sowie rechts der Bischof.
  • Kleines Gruppenbild. Im Hintergrund scheint das Karwendel durch. ;-)
  • Sebastian, meinereiner und Michael. Genau hinter Michael wäre die Zugspitze, welche aber nun ebenfalls wie die local Alpspitze komplett in den Wolken hang.

Sattel zwischen Roßkarköpfen und P1817m Michael wühlte sich durch den Schnee Blick zum Punkt/Gipfel 1817m Michael, links das Karwendel, rechts das Wetterstein
Zurück am Weg versuchten wir also bis zum Sattel zu gelangen, dort stand letztenendes auch ein kleiner Wegweiser (Bild ganz links, die anderen kommen gerade hinunter zum Sattel). Abseits der Spuren ergab sich dann aber nur noch ein hüfttiefes Gewühle, so dass an die Kramerspitz aufgrund unserer fehlenden Erfahrung wirklich nicht mehr zu denken war. Michael und ich beschlossen noch ein wenig weiter zu gehen, da es nichts desto trotz natürlich irrsinnig Spass machte (zweites Bild von links). Auf einer kleinen Anhöhe hatten wir einen Blick zurück auf den Wegverlauf hoch zum "Punkt 1817m", Silke und Sebastian sind zumindest auf dem Dia selber recht klein zu erkennen (zweites Bild von rechts). Danach ging es wieder zurück zu den beiden und wir stiegen auf dem gleichen Weg wieder ab.

Silke, Michael und Sebastian. Im Hintergrund der Wank
Der Abstieg gestaltete sich nun wie auf den paar Wintertouren vorher auch sehr lustig, denn man kommt bei entsprechender Steilheit wirklich erstaunlich schnell voran. Fast ständig kann man rutschen oder rumhüpfen... Auf dem Bild nochmal Silke, Michael und Sebastian, im Hintergrund der Wank.
Anzumerken sei noch, dass wir im Abstieg zwei Sologänger getroffen haben. Zumindest der erste versuchte sich wohl intensiver an der Kramerspitz und kam wie wir von dem Aussichtpunkt auch sehen konnten wohl weiter als Michael und ich. Machbar wird es mit der nötigen Erfahrung oder vielleicht auch nur mit dem Wissen um des genauen Wegverlaufes (z.B. vom Sommer her) also gewesen sein, bloß nunja... wenn man beides nicht hat, sollte man es imho lieber lassen!

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Fazit

Die Tour passte also wieder wunderbar in die Reihe: "eigentliches Ziel nicht machbar sowie nicht erreicht, Abstieg wie Aufstieg". ;-) Trotzdem war es nicht nur landschaftlich eine schöne Tour gewesen. Ich denke, ich werde es bei besseren Verhältnissen irgendwann noch einmal angehen.

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