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Vorgeschichte
Überblick
Eindrücke
Fazit
 

Ups-Spitze und Daniel

Ammergauer Alpen, 23.02.2002

   

Vorgeschichte

Den Daniel als höhsten Berg der Ammergauer Alpen hatte mir schon vor einiger Zeit der Werner Epp als sehr schönes und lohnendes Ziel empfohlen, gerade der südseitige Anstieg sei bereits im Frühling recht zeitig schneefrei. Ich nahm mir jedoch den Daniel (im neuen Jahr) zusammen mit der Ups-Spitze als winterliche Tagestour vor.

Überblick

Schwierigkeitsbewertung: Winterwanderung, Grat zwischen Ups-Spitze und Daniel etwas luftig, aber einfach

  • Anfahrt zum Bahnhof Lermos (~1000m)
  • Aufstieg über Forstweg zur Tuftl Alm (1498m)
  • Aufstieg zur Ups-Spitze (2332m) direkt von Süden
  • Gratübergang um Daniel (2340m) und zurück
  • Abstieg zum Grünen Ups (~1860m)
  • Absiteg zur Tuftl Alm und wieder zurück zum Bahnhof Lermos (~1000m)

Eindrücke

Um 7:30 Uhr startete ich am Bahnhof Lermos. Herrliche Stille, die Sonne ging langsam über der Ehrwalder Alm auf und brachte den neuen Tag. Ich war hochmotiviert und wollte ca. 200m östlich vom Bahnhof den Weg gen Norden/Nordwesten bis zur Forststraße aufsteigen, die dann weiter bis zur Tuftl Alm hinaufführt...

Kurz vor Sonnenaufgang: Lermos und Erwalder Sonnenspitze Bahnhof Lermos
...so zumindest die Planung. Den Abzweig fand ich unschwer und konnte nach den ersten paar Metern einen kleinen Rundblick geniessen. Zum einen sticht natürlich die markante Pyramide der Ehrwalder Sonnenspitze ins Auge (linkes Bild). Im Südwesten langen Grubigstein und Pleisspitze (rechtes Bild).

Dann folgte wieder einmal das ungemein schwere Auffinden des richtigen Weges zwischen all diesen bösen Frostwegen.... ;-)

Es war einmal der Sascha, der mußte eigentlich nur den Weg bis zur Forststraße (ca. 500m weiter und 200m höher) finden. Er kannte diesen Weg nicht vom Sommer, es gab keine Schilder (oder er hatte sie einfach übersehen) und es war nicht gespurt. Nur ein kleiner schöner Hang oberhalb von Lermos mit ein paar Bäumen und vor allem viel Schnee und Abfahrtsspuren von Skifahrern. "Etwas weiter oben wird sich bestimmt gleich etwas finden" dachte sich so der Sascha und stapfte querfeldein einer Skispur nach. Die Schneedecke war von der Nacht verharscht und ständig wechselte sich so ein Einbrechen und ein nicht Einbrechen ab - also richtig wunderbar zum Eingehen und Warmwerden für die ersten paar Höhenmeter.
Weiter oben fand sich jedoch nichts und so steckte der Sascha mal wieder in mehr oder weniger steilem Gelände hüfthoch fest. Bäume links, Bäume rechts, unten Lermos und oben kein Anzeichen eines Weges. Vergleiche mit der Karten nütztem ihm nichts, er hatte kein Ahnung wo er genau war. Mittlerweile war es fast 8:30 Uhr und Lermos war wirklich immer noch überaus nah. Sascha's Stimmung war am Tiefpunkt und er überlegte ernsthaft nach vielleicht 150 Höhenmeter abzubrechen und gegenüber im Skigebiet den Tag zu verbringen, da hörte er plötzlich ein paar Stimmen. Etwa 50 Höhenmeter über ihm konnte er zwischen den Bäumen zwei Köpfe erkennen - ob das der Forstweg war? Der gab sich einen Ruck und kämpfte sich "senkrecht" den Hang hoch und... fand den Forstweg. Groß. Breit. Gestreut. Ein richtige Autobahn von Forstweg....

Aber Spaß beiseite und um es vorweg zu nehmen: den Forstweg ist leicht zu finden, wenn man vom Bahnhof nach Westen geht und etwa in Höhe des Tuftl Baches den Beschilderungen folgt. Anscheinend war den direkten Weg gen Norden länger niemand gegangen, entsprechend fehlten jegliche Spuren. Im Sommer sollte es kein Problem sein.

Der weitere Weg zur Tuftl Alm war nun kein Problem mehr. Die Forststraße macht auf etwa 1300m an einer Futterstelle eine Kehrtwendung, nach ca. 500m geht es dann nach Norden wieder steiler in den Wald hinein.

Aufstieg zur Tuftl Alm, Blick über Kohlberg Kopf zur Ehrwalder Sonnenspitze Blick von der Tuftl Alm zur Ehrwalder Sonnenspitze
Nach kurzer Zeit erreichte ich ein kleine Lichtung westlich des Kohlberges und es gab eine traumhafte Winterlandschaft zu sehen (linkes Bild). Bis zur Alm waren es nun nur noch weniger Höhenmeter, der direkte gestrichelte Weg auf der AV-Karte (nicht rot) bietet sich eigentlich an, ich bin jedoch der Fahrstraße gefolgt und dann beim Knick schräg nach Nordosten zur Tuftl Alm (1498m) aufgestiegen (rechtes Bild, Blick zur Mieminger Kette mit Sonnenspitze).

Mittlerweile war es 9 Uhr und somit habe ich ganze 1,5 Stunden für die ~500 Höhenmeter benötigt. Mein frühes Aufstehen hatte sich also aufgrund der Forstwegaktion wahnsinnig gelohnt. ;-) Nichts desto trotz: bestes Wetter, die Sonne schien, Brotzeit auf der Alm...

Aufstieg, links Ups-Spitze, rechts Daniel
Gegen 9:30 Uhr ging es wieder weiter. Der Weg führt nun nach einem kurzen Anstieg nach Nordosten mäßig steil durch lichten Wald bzw. Baumgruppen immer nach Nordwesten. Den eigentlichen Weg konnte ich jedoch nicht finden, da viel zu viele Spuren existierten: Tourengeher, Snowboarder, Schneeschuhe, Fußspuren... allerdings machte das auf dieser Höhe nun nichts mehr aus, da man sich recht gut orientieren konnte und das Ziel (siehe Bild) immer wieder vor Augen hat: links Ups-Spitze, rechts Daniel und dazwischen das beeindruckende "Kärle" und den Südabstürzen beider Gipfel.

Aufstieg zur Ups-Spitze Blick von der Ups-Spitze herunter nach Lermos
Ab etwa 2000m schlängelte sich der Weg nun steiler direkt nach Norden zur Ups-Spitze hinauf. Ich wechselte immer zwischen den Serpentinen der Tourengeher und einem direktem Aufstieg (linkes Bild). Trotzdem kam ich nur langsam voran und viele Tourengeher überholten mich. Der böse Forstweg sowie mangelnde Kondition forderten ihren Tribut. Grödel waren wieder überaus hilfreich, jedoch nicht zwingend notwendig. Nach zwei Pausen erreichte ich erst gegen 12:15 Uhr den Gipfel der Ups-Spitze (2332m). Auf dem rechten Bild ist die letzte Aufstiegsspur (bzw. die Abfahrt) der Tourengeher eingezeichnet. In der Verlängerung nach links ist der Rücken vom Aufstieg zu erkennen, sowie der Wald und darunter die Tuftl Alm. Im Tal liegt Lermos.

Panorama von der Ups-Spitze
Das Panorama von der Ups-Spitze war genial:

  • ganz links das Wetterstein-Massiv mit der Westseite der Zugspitze
  • anschließend die Mieminger Kette von der Hohen Munde bis zum Grünstein
  • der Hochwannig
  • Grubigstein und Garterwand -> Skigebiet Lermos
  • Tal Richtung Bichlbach/Heiterwang, dahinter der Hochvogel in den Allgäuern
Auf der Ups-Spitze waren vielleicht 8 weitere Berggänger, alle jedoch mit Ski unterwegs. Die Nachfrage "ob das zu Fuß nicht etwas mühsam sei", konnte ich gut und gerne mit einem "ja" beantworten...

Gratverlauf Ups-Spitze zu Daniel Gipfel Daniel, im Hintergrund die Zugspitze
Nach einer Pause ging es dann an den Grat zum Daniel (linkes Bild). Im Sommer soll es eine kleine Ier Stelle geben, im Winter habe ich jedoch davon nichts bemerkt. Der Weg ist unschwierig, jedoch sollte man schwindelfrei sein. Zur linken hat man die 900m Nordwand des Daniels, zur rechten das nicht minder flachere "Kärle" - dazwischen manchmal nur ca. 1m Spur. Nach etwa 15 bis 20 Minuten ist man am Gipfel des Daniel (2340m) (rechtes Bild) und der Zugspitze etwas näher.

Snowboarder am Aufstieg zur Ups-Spitze
Wieder zurück am Daniel wurde ich dann doch noch richtig neidisch: zwei Snowboarder stiegen zur Ups-Spitze auf... Auf dem Bild ist über dem linken Snowboarder recht klein das Gipfelkreuz des Daniels zu erkennen. Die beiden hatten bei ihrer Abfahrt bestimmt eine Menge Spaß!

Kreuz am Grünen Ups Tuftl Alm, im Hintergrund Ehrwalder Sonnenspitze
Für den Abstieg wählte ich den Weg über den Grünen Ups. Dies ist eine schwache Erhebung mit Kreuz südwestlich der Ups-Spitze. Der Abstieg ging natürlich schnell vonstatten, im Schnee folgte ich abermals den Spuren der Tourengeher, etwa 14 Uhr war am Kreuz (linkes Bild). Von dort aus hält man sich südöstlich, bis man etwa bei 1600/1650m wieder im Wald ist und einer breiteren Forststraße zurück zur Tuftl Alm (15 Uhr) folgt.

Von der Alm wählte ich für den Rückweg zum Bahnhof Lermos nun den etwas "längeren" Weg und brauchte etwa 30 Minuten im Abstieg...

Fazit

Ups-Spitze und Daniel sind zweifelos sehr lohnende Gipfelziele mit beeindruckender Sicht auf die Westseite der Zugspitze. Technisch gibt es soweit keine Schwierigkeiten, bei entsprechender Schneelage ist es gegebenenfalls zu Fuß recht mühsam. Es gilt weiterhin die aktuelle Lawinenlage zu beachten.

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