· über gaehnchen.de ·
· Tourenliste · Gipfelliste · Hüttenliste ·
· Links · Gästebuch · Sitemap ·


Hoher Fricken (1940m)

Bayrische Voralpen, 03.11.2001

Vorgeschichte

Eine Vorgeschichte zu dieser Wanderung gibt es in dem Sinne eigentlich nicht. Die "Saison" ging langsam dem Ende entgegen und die letzten sehr schönen sonnigen Herbsttage wurden auch zunehmend kürzer. Als Ziel für jenes Wochenende suchten Michael, Janet, Sebastian und ich uns den Hohen Fricken über den Oberauersteig aus. Wir kannten diesen Weg zum Großteil bereits von der Frühjahrstour ins Estergebirge und erachteten ihn somit als "machbar" für Janet, da sie nicht ganz das richtige Schuhwerk bei hatte und "konditionell" wahrscheinlich ein kleiner Unterschied zwischen uns Kerlen und ihr bestand.

*

Überblick

  • mit dem Zug von München bis Oberau (659m)
  • Aufstieg über den Oberauer Steig ins Frickenkar
  • Sattel zwischen Bischof und Hohen Fricken (ca. 1720m)
  • Hoher Fricken (1940m)
  • Abstieg nach Westen in Richtung Wasserwart Dienst Hütte
  • Daxkapelle (964m)
  • Bahnhof Garmisch-Partenkirchen (708m) und Rückfahrt

*

Eindrücke

Mit dem Zug von München aus kamen wir relativ spät am Bahnhof in Oberau (659m) an und mußten außerdem noch etwas Marschverpflegung vor Ort besorgen. Ich glaube erst so etwa 10:30/11:00 Uhr waren wir auf der Strecke. Zunächst auf einer kleinen Teerstraße Richtung Süden, danach ein wenig über einen schönen Wiesenweg entlang des Rörlbaches, immer die Zugspitze vor Augen.

Blick vom Oberauer Steig zur Zugspitze und Kramer Pause an der Schaf Alp Dienst Hütte
Der Oberauer Steig beginnt dann - ausgeschildet Richtung Krottenkopf und Weilheimer Hütte - linker Hand und biegt in den Wald ab. Der Weg ist gut zu gehen und hier und da etwas steil. Bei lichteren Stellen hat man immer wieder Ausblicke zur Zugspitze und zur lok Kramer Spitze (linkes Bild). Die Schaf Alp Dienst Hütte lädt am Weg zu einer ersten Pause ein (rechtes Bild).

kurz unterhalb des Frickenkars
Auf etwa 1400m windet sich der Weg gen Norden und steigt ins Frickenkar hinauf. Nordseitig hatte es hier noch Schnee von den letzten Niederschlägen und teilweise war es sogar etwas eisig und glatt. Die Sonne kommt zu diese Jahreszeit nur überaus kurz hierher und auch wir liefen um diese Zeit (etwa 12:30 Uhr) bereits im Schatten. Dementsprechend frisch wurde es auch (siehe Bild).

Kurz oberhalb des Kars beim Sattel zwischen Fricken und Bischof kommt die Sonne allerdings wieder durch und man hat innerhalb von Minuten Temperaturunterschiede von bestimmt 10°C. :-) Hier machten wir erneut ein kleine Pause, bevor es dann in Richtung des Grates zum Hohen Fricken ging. Der Weg war ein wenig blöd zu finden und so stapften wir kurz durch die Latschen. Wahrscheinlich muß man sich doch ein wenig mehr in zum Bischof hin wenden, bevor es nach Süden "richtig" zum Grat abzweigt.

Blick zum Sattel zwischen Hohen Fricken und Bischof Auf dem Grat zum Hohen Fricken, im Hintergrund die Zugspitze Gratverlauf, Blick zurück zum Kareck, Oberen Rißkopf, Bischof und Krottenkopf
Der Grat selber ist sehr schön zu gehen. Hier und da gibt es ein paar Tiefblicke und neben dem bisherigen eher normalen Wanderweg schaut endlich auch ein wenig Fels hindurch (linkes Bild). In Blickrichtung schiebt sich das Wetterstein in die Sicht (mittleres Bild) und im Südosten erhebt sich das Karwendel. Im Rücken kann man den Rest vom Estergebirge ausmachen: Kareck, Oberer Rißkopf, Bischof und der Krottenkopf (rechtes Bild).

Janet, Micha und Sebastian am Gipfel des Hohen Fricken Blick vom Fricken ins Karwendel Blick vom Fricken nach Garmisch mit Zugspitze und Kramer
Etwa gegen 13.30/14:00 Uhr erreichten wir schließlich den Gipfel des Hohen Fricken (1940m). Das Wetter war super und die Aussicht wunderschön! Zum Karwendel hin war die Sicht überaus klar (mittleres Bild), in Richtung Zugspitze lag ein eine Art Dunstschicht in der Luft (rechtes Bild). So rasteten wir ziemlich lange am Gipfel und vergassen fast ein wenig die Zeit...

Blick vom Fricken in Richtung Allgäuer, mittig der Hochvogel
Direkt hinter der lok Kramerspitze (ich denke mal sie ist es ;) lies sich sogar ein "alter Bekannter" aus dem Allgäu ausmachen: der lok Hochvogel (am Horizont in Bildmitte).

Der Abstieg lief nun komplett anderes als geplant und zeugte leider von ziemlicher Dummheit unsererseits. :-( Die Zeit war bereits recht vorangeschritten (etwa 15 Uhr) und die Tage waren ja nicht mehr die längsten. Da Janet den etwas glatten eisigen Part im Frickenkar ungern wieder bergab gehen wollte, entschieden wir uns, vom Hohen Fricken auf der Westseite in Richtung der Frickenhöhle abzusteigen. Wir vermuteten hier wenig bis gar kein Schnee, obwohl wir den Weg gar nicht kannten.
Los ging es also... doch zunächst erstmal falsch gelaufen. Der Abzweig hinunter nach Westen liegt nämlich vor dem Gipfelkreuz, wenn man wir vom Bischof aus gekommen ist. So vertrödelten wir etwa 20 Minuten in Richtung des Weges zum Ochsenberg.
Wieder zurück "fanden" wir schließlich den Abzweig. Auch hier lag verharschter Restschnee, doch er war aufgrund der bereits besseren Stufung imho etwas angenehmer zu gehen als der im Frickenkar. Wir benötigten trotzdem recht viel Zeit, da bei Janet langsam die Kondition nachlies und gerade das Bergabgehen für sie recht kräftezehrend war. Unterhalb des Schnees kam wieder ein normaler Wanderweg zum Vorschein, teils jedoch recht matschig.

Nun schien alles wieder im Lot zu sein, doch irgendwie verpaßten wir wohl doch den geplanten richtigen Weg nach Mühldörfl und die Kuchschlucht und es ging eher südwärts zur Wasserwart Diensthöhe. Die Westseite des Fricken wurde somit unterhalb gequert und es gab immer wieder kurze, aber recht steile Stücke, die im Schatten nun wieder vereist und rutschig waren. Außerdem kamen wir an ein Schotterfeld und Janet hatte halt nicht die entsprechenden Schuhe. Die Kraft lies immer mehr nach und es wurde dunkler und dunkler... und natürlich keine Taschenlampe im Gepäck...

Gott sei Dank erreichten wir schließlich einen breiten, teils geteerten Forstweg. Wir hofften, dass wir über ihn doch noch in Richtung Oberau kommen würden, doch in der Dunkelheit übersahen wir wahrscheinlich die Wegweiser und Experimente auf kleinen Wegen wollten wir nun doch nicht eingehen. Somit ging es die Teerstraße immer weiter, die, wie wir realisierten, wohl bis nach Garmisch führen würde. Aber was sollten wir machen? Mittlerweile war es bereits etwa 18/19 Uhr und somit komplett finster. Dazu mal ein Bild mit einem pic Blick nach Garmisch (die Lichter unten sind Autos, links am Baum die Zugspitze). Wir passierten die Daxkapelle und kamen bei der Kirche Sankt Anton nach Garmisch herein. Von dort aus war es nicht mehr ganz soweit zum Bahnhof...

*

Fazit

Tja, eigentlich eine sehr einfache Wanderung. Und trotzdem kann man recht schnell in "Bedrängnis" kommen. Wir wußten soweit alle, dass Janets Schuhwerk nicht ideal war, dass es zunehmend immer früher dunkler wird und dass man bei Zeitnot nicht unbedingt einen unbekannten Weg gehen sollte... Dessen unbeachtet gingen wir trotzdem los und trafen - wenn auch mit gutem Vorsatz - die falschen Entscheidungen.

Dabei ist es soweit eigentlich überaus simpel die folgenden "Regeln" einzuhalten:

  • nur mit entsprechendem festen Schuhwerk in die Berge gehen
  • lieber etwas eher als zu spät losgehen
  • ab dem Herbst/Spätherbst gehört zumindest eine kleine Taschenlampe ins Gepäck

*

Weitere Infos zur Tour

Hier ein paar weitere Links zu dieser Tour:

  • unsere Tour im Mai 2001 ins lok Estergebirge mit der Besteigung vom Bischof, Krottenkopf und Oberen Rißkopf
  • Hohen Fricken und das Estergebirge auf web www.steinmandl.de

*

web Link auf andere Webseite | local Link auf eine Seite von Sascha's Homepage | pic Link auf ein Bild