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Simetsberg (1840m)

Bayrische Voralpen, 26.01.2002

Vorgeschichte

Auf die Idee den Simetsberg einmal zu besteigen kam ich eigentlich durch www.steinmandl.de. Dort wird der Berg als wunderbarer Aussichtsgipfel beschrieben, da er etwas allein und abseits liegt. Außerdem bietet er auch im Winter trotz der Lawinenproblematik recht sichere Aufstiegswege.
Da niemand von meinen Kumpels Lust hatte zog ich diesmal nach längerer Zeit wieder mal alleine los. Der Wetterbericht bescheinigte für einen Teil des Tages ein prima Bergwetter, nur am frühen Vormittag und gen Abend hin sollte es schlecht sein. Es war richtig Wahnsinn wie dies an jedem Tag zugetroffen hatte!

Überblick

  • mit dem Auto von München bis Einsiedel (803m) beim Walchensee
  • Aufstieg über normalen Wanderweg von Osten her
  • Simetsberg Dienst-Hütte (~1600m)
  • Simetsberg (1840m)
  • Abstieg über Tyroler Dienst-Hütte, ist aber fast der gleiche Weg
  • Einsiedel (803m)

Eindrücke

Aufgrund des Wetterberichtes stand ich erst gegen 8 Uhr auf. Der Himmel war total bedeckt und es sah alles andere als freundlich aus. Aber: starker Westwind, die Wolken hatten eine ziemliche Geschwindigkeit drauf!
Bis Einsiedl braucht man etwas über ein Stunde mit dem Auto, ich parkte gleich am Orteingang links in Richtung des Walchensees. Günstiger ist es aber wohl noch ein paar Meter weiter zu fahren und sich dann rechter Hand auf den "offiziellen Wanderparkplatz" zu stellen. Mittlerweile war es ca. 10:30 Uhr und das Wetter sah immer noch nicht besser aus.

Walchensee
Vom Walchensee (siehe Bild) hielt ich mich an die Beschreibunden von www.steinmandl.de. Rechts der Hauptstraße in Höhe der Bushaltestelle zweigt eine kleine Straße ab, folgt man ihr kommt man nach kurzer Zeit durch ein kleines "Firmengelände" und dann zum Wanderparkplatz. Ab hier ist der Simetsberg bereits ausgeschildert. Zunächst hieß es wieder Forststraße laufen, diese war aber noch total vereist. Nach vielleicht 10 bis 15 Minuten hält man sich an der ersten größeren Abzweigung links, geradeaus führt der Weg nämlich weiter bis Eschenlohe (ausgeschildert). Auch jetzt läuft man weiterhin auf einer mäßig ansteigenden breiten Forststraße, doch Gott sei Dank gab es endlich Schnee und ich rutsche nicht mehr dauernd weg!
Zumindest im Winter etwas versteckt zweigt dann rechter Hand scharf ein Pfad eher in nördliche Richtung ab. Es gab zwar ein kleines Schild an einem Baum, aber ich wäre trotzdem beinahe vorbei gerannt. Dieser Pfad sollte nach ein paar ersten Schlängeleien der Karte nach fast geradlinig Richtung Westen bis zur Simetsberg Dienst-Hütte verlaufen. Nachdem ein paar Höhenmeter weiter der Schnee allerdings zunahm und die Spuren undeutlicher wurden, konnte ich einen klaren Wegverlauf nicht mehr ausmachen. Ich hielt mich an dem vermeindlich "größten Pfadverlauf" und hoffte das ich richtig lag. Der Wald bot nicht besonders viele Orientierungsmöglichkeiten. Der Schnee war nass und im fast ebenem Gelände war das Gehen sehr anstrengend: entweder hielt die Schneedecke oder man brach völlig sporadisch teilweise bis zur Hüfte ein. Es war schwer zu einem Rhythmus zu finden.

Aufstieg am letzten steilen Hang kurz vor der Simetsberg Dienst-Hütte Simetsberg Dienst-Hütte Simetsberg Dienst-Hütte und Walchensee
Nichts desto trotz schien ich aber dennoch den richtigen Weg gegangen zu sein, auch wenn ich mir weiter oben immer unsicherer wurde. Ein Wegweiser, welcher nur den Weg nach Wallgau auswies, war das erhoffte Zeichen. Genau ab hier in Richtung Westen lichtete sich der Wald und ich kam zu dem beschriebenen Steilsück vor der Simetsberg Dienst-Hütte (linkes Bild). Für eine Abfahrt bestimmt sehr angenehm war es nun bergauf eine ziemliche Plage. Aufgrund der Höhe wurde der Schnee nun endlich fester und extrem angenehmer zu gehen. Auch das Wetter wurde wie vorrausgesagt besser und die Sonne kam hervor.
An der Simetsberg Dienst-Hütte (ca. 1600m, 12:15 Uhr) hatte es dann endgültig in das schönste Winterwetter umgeschlagen. Die Sonne krachte, ohne Sonnebrille wäre es mit dem Schnee richtig unangenehm und eine erste wahnsinnig schöne Aussicht hinunter zum Walchensee tat sich auf! Eigentlich wollte ich ja hier die erste richtige Pause machen, aber dann packte mich doch das Gipfelfieber und ich bin durchgegangen. :)

Überblick über den weiteren Aufstiegsverlauf von der Simetsberg Dienst-Hütte aus
Der weitere Wegverlauf ist von der Hütte aus gut ersichtlich. Zunächst geht es nach dem Steilstück mehr oder weniger "geradeaus" gen Westen/Nordwesten (also nicht direkt hinauf zum Gipfel). Erst auf dem Rücken schwenkt man rechts nach Norden, um die letzten Meter hinauf zum höhsten Punkt anzugehen. Auf dem Bild würde man also erst in Höhe des Baumes ganz links aus dem Bild hinaus gehen und kommt dann wieder im Bereich der "Verwächtungen" hinein. Im roten Kreis ist (zumindest in der Vergrößerung) ein weiterer Wanderer zu sehen, er würde nun von seiner Position aus direkt zum Gipfel hinauf gehen. Diese Route ist gänzlich relativ flach und meidet somit die steileren lawinenunsicheren Hänge! Außerdem ist dies auch ohne Spuren gut nachvollziehbar!

Meinereiner am Gipfel des Simetsberges, im Hintergrund die Ammergauer Alpen Blick vom Gipfel nach München
Auf dem Gipfel des Simetsberges (1840m, 12:45 Uhr) hatte es dann nach eine kleinen Wolke wunderbare Sonne und ich verbrachte trotz des doch recht stürmigen Windes hier oben fast eine ganze Stunde. Die Aussicht ist wirklich grandios! Im Nordosten der Walchensee sowie Heimgarten und Herzogstand mitsamt dem die beiden Gipfel verbindenen Grat. Im Westen/Südwesten das nördliche Ende des Estergebirge mit dem Krottenkopf, Oberen Rißkopf und Hohen Kisten. Weiter im Süden das gesamte Wetterstein mit Zugspitze und Alpspitze. Außerdem die Ausläufer des Karwendels und die Ahrnspitzgruppe. Einfach herrlich! Auf dem rechten Bild ist ein Zoom in Richtung München zu sehen.

Panorama vom Simetsberg
360-Panorama vom Gipfel des Simetsberges (auch vergrößerbar, 262kB).

Nach dieser wirklich recht ausgiebigen Rast ging es auf dem gleichen Weg zunächst zurück zur Dienst-Hütte. Dort legte ich abermals ein kleines Päuschen ein, das Wetter war einfach noch zu gut. ;-) Als es dann aber doch mehr und mehr windig wurde, beschloß ich komplett abzusteigen (14:10 Uhr). Das Steilstück war nun abwärts kein Problem und ging recht flott. Auch der weitere Weg lies sich - sofern eine gewisse "Steilheit" vorhanden war - recht fix zurücklegen. Erst als es wieder flacher wurde, war das Schneegestapfe ähnlich anstrengend und "nervend" wie beim Aufstieg. Irgendwie "verlief" ich mich dann doch noch und kam bei einer Hütte raus, welche ich im Aufstieg nicht passiert hatte (14:45 Uhr). Laut der Karte identifizierte ich sie als die Tyroler Dienst-Hütte, wie sich herausstellte stimmt dies auch, da ich von ihr aus den Weg zur größeren Forststraße recht schnell fand. Das Eis im unteren Teil war nun schönerweise komplett aufgeweicht. :-)
Zurück am Parkplatz (15:10 Uhr) war der Himmel wieder fast komplett bedeckt, es windete ungemütlich... Der Wetterbericht traf diesmal also absolut ins Schwarze!

Fazit

Solotouren haben (wie auch im Sommer) ihren ganz eigenen Reiz. Nach dem Gipfelfoto stiegen die anderen Wanderer wieder ab und ich verbrachte den Großteil der Zeit alleine auf dem Gipfel. Ich will um Gottes Willen nicht sagen, dass dies besser als in der Gruppe ist, aber es ist eben ein anderes, eigenes Erleben...

Der Tag und vor allem das Wetter hätten nicht besser verlaufen können. Die Aussage von www.steinmandl.de, dass der Simetsberg ein wirklich toller Aussichtgipfel ist, kann ich nur wärmstens unterstreichen. Einfach super!

Was den Wegverlauf im Winter angeht... verglichen mit der Karte bin ich anscheinend das Stück zwischen Forststraße und der Abzweigung nach Wallgau doch genau richtig gelaufen, allerdings war ich mir wie beschrieben dessen unterwegs nicht immer ganz sicher. Ich kontrollierte zwar öfters mit Karte und Kompass, aber mitten im Wald und ohne sicheren Fixpunkt (wo bin ich zur Zeit) ist das ganze nicht ganz einfach. ;-) Die recht vielen Schuh- und Skispuren erschwerten die Orientierung ebenfalls ("Sind die jetzt den Weg oder querfeldein abgefahren?!"). Mit mehr Erfahrung oder eben wie bei mir mit wenig Glück und gutem Riecher *g* ist es aber dennoch nicht als schwer einzustufen.

Hier nochmals der Link zu web www.steinmandl.de und eine Auflistung meiner Gehzeiten, da ich diesmal genau drauf geachtet hatte:
Einsiedel - Simetsberg Dienst-Hütte: 1h 45 Minuten
Simetsberg Dienst-Hütte - Simetsberg: 30 Minuten
Simetsberg Dienst-Hütte - Einsiedel: 1h
Die Verhältnisse ab der Simetsberg Dienst-Hütte waren aber recht gut, man kann da durchaus auch länger benötigen, falls man entsprechend spuren muss oder mehr Schnee liegt!

web Wanderung um den Simetsberg von Horst Wiesner: Eine geruhsame, unspektakuläre Wanderung ohne besondere Schwierigkeiten. Für Freunde der leiseren Töne und Wanderer mit Trubel-Allergie.

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