Eindrücke
Aufgrund des Wetterberichtes stand ich erst gegen 8 Uhr auf. Der Himmel war
total bedeckt und es sah alles andere als freundlich aus. Aber: starker Westwind,
die Wolken hatten eine ziemliche Geschwindigkeit drauf!
Bis Einsiedl braucht man etwas über ein Stunde mit dem Auto, ich parkte
gleich am Orteingang links in Richtung des Walchensees. Günstiger ist es aber
wohl noch ein paar Meter weiter zu fahren und sich dann rechter Hand auf den
"offiziellen Wanderparkplatz" zu stellen. Mittlerweile war es ca. 10:30 Uhr und das
Wetter sah immer noch nicht besser aus.
Vom Walchensee (siehe Bild) hielt ich mich an die Beschreibunden von
www.steinmandl.de.
Rechts der Hauptstraße in Höhe der Bushaltestelle zweigt
eine kleine Straße ab, folgt man ihr kommt man nach kurzer Zeit durch ein kleines
"Firmengelände" und dann zum Wanderparkplatz. Ab hier ist der Simetsberg bereits
ausgeschildert. Zunächst hieß es wieder Forststraße laufen, diese war aber noch total
vereist. Nach vielleicht 10 bis 15 Minuten hält man sich an der ersten größeren Abzweigung
links, geradeaus führt der Weg nämlich weiter bis Eschenlohe (ausgeschildert). Auch
jetzt läuft man weiterhin auf einer mäßig ansteigenden breiten Forststraße, doch Gott
sei Dank gab es endlich Schnee und ich rutsche nicht mehr dauernd weg!
Zumindest im Winter etwas versteckt zweigt dann rechter Hand scharf ein Pfad eher
in nördliche Richtung ab. Es gab zwar ein kleines Schild an einem Baum, aber ich wäre
trotzdem beinahe vorbei gerannt. Dieser Pfad sollte nach ein paar ersten Schlängeleien
der Karte nach fast geradlinig Richtung Westen bis zur Simetsberg Dienst-Hütte verlaufen.
Nachdem ein paar Höhenmeter weiter der Schnee allerdings zunahm und die Spuren undeutlicher
wurden, konnte ich einen klaren Wegverlauf nicht mehr ausmachen. Ich hielt mich an dem
vermeindlich "größten Pfadverlauf" und hoffte das ich richtig lag. Der Wald bot nicht
besonders viele Orientierungsmöglichkeiten. Der Schnee war nass und im fast ebenem
Gelände war das Gehen sehr anstrengend: entweder hielt die Schneedecke oder man brach
völlig sporadisch teilweise bis zur Hüfte ein. Es war schwer zu einem Rhythmus zu finden.
Nichts desto trotz schien ich aber dennoch den richtigen Weg gegangen zu sein, auch wenn
ich mir weiter oben immer unsicherer wurde. Ein Wegweiser, welcher nur den Weg nach
Wallgau auswies, war das erhoffte Zeichen. Genau ab hier in Richtung Westen lichtete sich
der Wald und ich kam zu dem beschriebenen Steilsück vor der Simetsberg Dienst-Hütte
(linkes Bild). Für eine Abfahrt bestimmt sehr angenehm war es nun bergauf eine
ziemliche Plage. Aufgrund der Höhe wurde der Schnee nun endlich fester und extrem
angenehmer zu gehen. Auch das Wetter wurde wie vorrausgesagt besser und die Sonne kam
hervor.
An der Simetsberg Dienst-Hütte (ca. 1600m, 12:15 Uhr) hatte es dann endgültig in das
schönste Winterwetter umgeschlagen. Die Sonne krachte, ohne Sonnebrille wäre es mit dem Schnee
richtig unangenehm und eine erste wahnsinnig schöne Aussicht hinunter zum Walchensee tat sich auf!
Eigentlich wollte ich ja hier die erste richtige Pause machen, aber dann packte mich doch
das Gipfelfieber und ich bin durchgegangen. :)
Der weitere Wegverlauf ist von der Hütte aus gut ersichtlich. Zunächst geht es nach dem
Steilstück mehr oder weniger "geradeaus" gen Westen/Nordwesten (also nicht direkt hinauf
zum Gipfel). Erst auf dem Rücken schwenkt man rechts nach Norden, um die letzten Meter
hinauf zum höhsten Punkt anzugehen. Auf dem Bild würde man also erst in Höhe des
Baumes ganz links aus dem Bild hinaus gehen und kommt dann wieder im Bereich der
"Verwächtungen" hinein. Im roten Kreis ist (zumindest in der Vergrößerung) ein weiterer
Wanderer zu sehen, er würde nun von seiner Position aus direkt zum Gipfel hinauf gehen.
Diese Route ist gänzlich relativ flach und meidet somit die steileren lawinenunsicheren
Hänge! Außerdem ist dies auch ohne Spuren gut nachvollziehbar!
Auf dem Gipfel des Simetsberges (1840m, 12:45 Uhr) hatte es dann nach eine kleinen
Wolke wunderbare Sonne und ich verbrachte trotz des doch recht stürmigen Windes hier oben
fast eine ganze Stunde. Die Aussicht ist wirklich grandios! Im Nordosten der Walchensee sowie
Heimgarten und Herzogstand mitsamt dem die beiden Gipfel verbindenen Grat. Im Westen/Südwesten
das nördliche Ende des
Estergebirge
mit dem Krottenkopf, Oberen Rißkopf und Hohen Kisten.
Weiter im Süden das gesamte Wetterstein mit Zugspitze und Alpspitze. Außerdem die
Ausläufer des Karwendels und die Ahrnspitzgruppe. Einfach herrlich! Auf dem rechten
Bild ist ein Zoom in Richtung München zu sehen.
360°-Panorama vom Gipfel des Simetsberges (auch vergrößerbar, 262kB).
Nach dieser wirklich recht ausgiebigen Rast ging es auf dem gleichen Weg zunächst zurück
zur Dienst-Hütte. Dort legte ich abermals ein kleines Päuschen ein, das Wetter war einfach
noch zu gut. ;-) Als es dann aber doch mehr und mehr windig wurde, beschloß ich komplett
abzusteigen (14:10 Uhr). Das Steilstück war nun abwärts kein Problem und ging recht flott. Auch der
weitere Weg lies sich - sofern eine gewisse "Steilheit" vorhanden war - recht fix zurücklegen.
Erst als es wieder flacher wurde, war das Schneegestapfe ähnlich anstrengend und "nervend" wie
beim Aufstieg. Irgendwie "verlief" ich mich dann doch noch und kam bei einer Hütte raus,
welche ich im Aufstieg nicht passiert hatte (14:45 Uhr). Laut der Karte identifizierte ich sie als
die Tyroler Dienst-Hütte, wie sich herausstellte stimmt dies auch, da ich von ihr aus
den Weg zur größeren Forststraße recht schnell fand. Das Eis im unteren Teil war nun schönerweise
komplett aufgeweicht. :-)
Zurück am Parkplatz (15:10 Uhr) war der Himmel wieder fast komplett bedeckt, es windete
ungemütlich... Der Wetterbericht traf diesmal also absolut ins Schwarze!
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