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Biwak Simetsberg (1840m)

Bayrische Voralpen, 13/14.07.2002

Vorgeschichte

Nach meinen beiden Biwak-Aktionen im Winter (Rotwandkopf und Brünstlkopf) sollte es endlich mal wieder mit dem Schlafsack in die Berge gehen. Mit Uli zusammen entschieden wir uns für den Simetsberg, ich hatte diesen Gipfel bereits einmal loc im Winter bestiegen.
Es ging uns soweit nur um das Biwak, also später Aufstieg und frühmorgens wieder zurück ins Tal.

Überblick

  • mit dem Auto von München bis Einsiedel (803m) beim Walchensee
  • Aufstieg bis zur Simetsberg-Diensthütte (~1600m)
  • Flucht vor dem Kühen
  • Gipfel Simetsberg (1840m) und Biwak
  • am nächsten Tag: Abstieg wie Aufstieg

Eindrücke

Der Wetterbericht gab insofern grünes Licht, dass erst am Nachmittag des Folgetages wieder eine Kaltfront über die nördlichen Ostalpen hineinbrechen sollte. Uli und ich erreichten gegen 19:30 Uhr Einsiedel (803m) und begannen mit dem mir bereits bekannten Aufstieg über Forststraßen, einfache Wanderwege im Wald sowie einem etwas steileren Stück vor der Simetsberg-Diensthütte.
An der Simetsberg-Diensthütte (~1600m) kamen wir etwa gegen 21:00 Uhr an. Normalerweise ist es von hier bis zum Gipfel ein Katzensprung, doch es kam etwas anders...

Oberhalb der Hütte schien eine Art "Nachtlager" für die vielen Kühe zu sein, welche sich hier im Umfeld aufhielten. Um diese Uhrzeit störten wir sie anscheinend, so dass nach recht aufgeregtem "gemuhe" drei Kühe angriffslustig auf uns zu rannten. Nach anfänglicher Belustigung wurde uns doch etwas mulmig und wir versuchten die Gruppe zu umgehen. Dies nütze jedoch nichts, die drei verfolgten uns immer schneller. Auch ein kleines "Versteck" hinter einem Busch war vergebens, die Kühe schienen sich tatsächlich bedroht zu fühlen und die Aufpasser kamen immer näher. Es ist ist echt Wahnsinn, wie diese auf den ersten Blick immer recht plumb wirkenden Tiere doch umherrennen können! Schließlich rannten auch Uli und ich so schnell es eben in dem Gelände ging... ;-)
Erst hinter mehreren kleinen Hügeln im angrenzenden Wald konnten wir die Kühe abhängen. Ein leisel Gebimmel zeugte jedoch davon, dass sie noch in der Nähe waren und die Verfolgung nicht aufgegeben hatten. Langsam wurde es dunkel und wir überlegten, ob wir auf das Biwak am Gipfel verzichten sollten. Doch was, wenn mitten in der Nacht eine Kuh neben dem Schlafsack steht? - In einem *sehr* weitem Bogen im Wald umliefen wir somit das "gefährdete" Gelände und kamen mehr oder weniger in völliger Dunkelheit gegen 22:00 Uhr (!) auf den Gipfel. Bis hierher sollte es wohl keine Kuh schaffen...

Abendlicher Walchensee
Gerade ein Bild mochte mein Fotoapparat noch machen, danach war es zu dunkel, um aus der Hand heraus zu fotografieren. Nichts mit Sonnenuntergang oder ähnlichem... Wir kochten noch fix ein paar Nudeln und tranken etwas Wein, danach legten wir uns schon in die Schlafsäcke.

Uli am Morgen, Blick gegen Arnspitzgruppe und östliches Wetterstein Uli am Morgen
Am nächsten Morgen schaffte ich es wieder nicht, mich für den Sonnenaufgang aus dem Schlafsack zu quälen. Wir lagen am Gipfel in einer kleinen Kuhle, die eher nach Südwesten einen Blick gestattete... Dieser Blick war jedoch natürlich auch wunderbar: Die Arnspitzgruppe und das Wetterstein. erstrahlten im "ersten" Sonnenlicht (beide Bilder).

Unser Biwak, links die Ausläufer vom Estergebirge Unser Biwak
Hier nochmal unser Biwak-Lager und der Blick gegen das Karwendel.

Blick zur Alpspitze und Zugspitze Morgendlicher Eintrag ins Gipfelbuch
Ich weiß mittlerweile gar nicht mehr, wann wir nun endlich aufgestanden sind. Es gab Frühstück mit etwas warmen Tee direkt am Gipfelkreuz... Es ist zwar "nur" ein "kleiner" Berg in den Bayrischen Voralpen, aber das hat einfach immer wieder was...

Nach dem Packen und der Mitnahme sämtlichen Abfalls ging es wieder hinab nach Einsiedl. In Höhe der Diensthütte hatte sich wieder die Kuh-Bande versammelt, eine Vier-Personen-Gruppe wurde auch sofort nach deren Eintreffen eingekreist, doch anscheinend passiert dabei nichts... ;-)
Wie auch immer - wir waren froh, dass die Kühe abgelenkt waren und kamen somit unbemerkt und schnell an der Hütte vorbei und waren wenig später auch wieder an der Forststraße beim Parkplatz. Ein paar Wanderer fragten uns noch, wie früh wir denn aufgebrochen wären, dass wir um diese Zeit schon wieder beim Abstieg sind... nunja... *g*

Fazit

Das mit den Kühen war natürlich so eine Sache... Hätte uns ein Almbauer beobachtet, so würde er sich mit Sicherheit die gesamte Nacht über uns totgelacht haben. :) Aber was will man als Flachlandtiroler auch machen, wenn drei schwere Viecher auf einen zurennen? *g* Den Sonnenuntergang haben wir also gehörig verpaßt, der wunderschöne Morgen entschädigte jedoch mal wieder vollends!

web Wanderung um den Simetsberg von Horst Wiesner: Eine geruhsame, unspektakuläre Wanderung ohne besondere Schwierigkeiten. Für Freunde der leiseren Töne und Wanderer mit Trubel-Allergie.

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