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Vorgeschichte
Überblick
Eindrücke
Fazit
 

Herzogstand - Heimgarten im Winter

Bayrische Voralpen, 19.01.2003

   

Vorgeschichte

Bereits seit Michael und ich im Herbst 2001 auf dem Heimgarten waren hatte ich das Ziel, auch einmal den Grat zwischen dem Heimgarten und dem Herzogstand zu gehen. Aufgrund der üblichen Menschenmassen im Sommer wollte ich dies lieber im Winter angehen. Der erste Versuch im Februar 2002 schlug fehl, also auf ein Neues!

Überblick

Schwierigkeitsbewertung: einfache Winterwanderung

  • Anfahrt zum Parkplatz der Herzogstandbahn in Walchensee (804m)
  • Aufstieg von Süden über Weg "H2" zum Herzogstandhaus (1575m)
  • Aufstieg zum Martinskopf (1674m)
  • Ab- und wieder Aufstieg zum Herzogstand (1731m)
  • über den Graten zum Heimgarten (1790m)
  • Abstieg nach Süden zur Ohlstädter Alm (1423)
  • zurück nach Walchensee (804m)

Eindrücke

Bei uns scheinen gemeinsame Wanderungen nie einer Nacht mit viel Schlaf zu folgen. Wie immer kamen wir erst spät ins Bett (warum schaut man sich auch solch einen Blödsinn wie Boxen an? *g*) und dementsprechend schwer viel das Aufstehen am nächsten Morgen im Dunkeln. Doch schon kurz nach dem Start um 9:00 Uhr vor Ort am Parkplatz der Herzogstandbahn in Walchensee (804m) wußten wir, dass es sich gelohnt hat: die Sonne schien und super Sicht - endlich wieder in den Bergen!

Aufstieg zum Herzogstandhaus, im Hintergrund der Gipfel des Martinskopf Aufstieg zum Herzogstandhaus, Eis Herzogstandhaus, links der Martinskopf, recht der Pavillon auf der Herzogstand
Der Aufstieg zum Herzogstandhaus beginnt etwa 150m abseits des Parkplatzes und ist beschildet. Bereits die ersten Höhenmeter waren überaus glatt, denn hier und da war der Boden gut vereist. Michael und ich hatten beide Stöcke dabei, doch selbst damit haute es mich einmal ganz gut auf den Hosenboden! Das erste Teilstück des Weges ist etwas steiler und die Serpentinen schrauben sich "langweilig" den Berg hinauf. Im Mittelteil wurde der Untergrund endlich besser (Schneedecke) und wir hatten erste Ausblicke auf den Grat und z.B. den Martinskopf (linkes Bild). Zwischendurch kamen wir an einer beeindruckenden kleinen Eiswand vorbei (mittleres Bild). Der Schnee nahm langsam aber sicher zu und wir erreichten gegen 10:45 Uhr das Herzogstandhaus (rechtes Bild). Ich wurde richtig neidisch, als ich einige Tourengeher sah... Leider fehlt mir für sowas noch die Ausbildung und Erfahrung.

Michael am Gipfel des Martinskopfes, Blick Richtung Arnspitzgruppe
Bis zum Gipfel des Martinskopfes waren es nur ein paar Minuten und somit standen wir kurz nach 11 Uhr auf ihm. Der Weg ist auch im Winter - sofern bereits gespurt - eigentlich eine reine Zeitsache, er schlängelt sich in langen Kehren durch die Latschen. Hier oben pfiff der Wind etwas stärker und somit war es doch recht frisch. Nichts desto trotz genossen wir die Aussicht unseres ersten Gipfels an diesem Tag. Im September waren bereits meine pic Eltern auf dem Martinskopf.

Panorama vom Martinskopf zu Heimgarten und Herzogstand
Dieses Panorama (260kB) zeigt den Gratverlauf vom Heimgarten (links) bis zum Herzogstand (rechts) vom Martinskopf aus. Links vom Heimgarten in der "Scharte" liegt die Ohlstädter Alm. Um zum Grat zu gelangen, muss man erst auf den Herzogstand hinauf. Die Sepentinen zum Gipfel sind gut zu erkennen. Etwa in der Mitte des Grates ist ein weiterer namenloser "Gipfel". Ihn kann man "von rechts aus" mitnehmen.

Panorama vom Herzogstand in Richtung Norden
Das es Michael und mir recht schnell recht kalt wurde ging es fix weiter. Schon gegen 11:30 Uhr erreichten wir das Gipfelkreuz des Herzogstandes. Auch dieser Aufstieg geht sehr einfach von Statten, ich möchte lieber nicht wissen, wie viele Leute hier im Sommer unterwegs sind. :-o Trotzdem: wir sahen auch einige "Touristen" in etwas "festeren Straßenschuhen" hier oben im (teilweise überfrorenen) Schnee umherlaufen - oder besser gesagt, leichtsinnig "umherschlittern"... Das Gipfelkreuz steht niedriger als der "Pavillon" (ganz links im Panorama). Man hat eine wunderbare Aussicht ins Flachland. So richtig bis nach München reichte die Sicht jedoch an diesem Tag nicht. Die vermeindlichen "kleinen Staubkörner" in Bildmitte sind Heißluft-Ballons. Wir zählten teilweise bis zu 10 Ballons...

Gratverlauf vom Herzogstand zum Heimgarten
Bis zum Pavillon bzw. Häuschen sind es vom Kreuz aus keine zwei Minuten. Ich Häuschen gab es die ersehnte richtige Brotzeit, dieser Unterstand bot auch Schutz vor dem mitterweile recht kaltem Wind. Mit Sicherheit haben drei bis vier Schlafsäcke hier oben Platz... Des weiteren ist der Gratverlauf sehr gut zu sehen (siehe Bild). Etwa 12 Uhr brachen wir dann zum eigentlichem Ziel des Tages auf...

Micha am Grat, Blick zum Heimgarten Micha am Grat, Blick zum Heimgarten Ich am Grat, Blick zum Herzogstand
Zunächst geht natürlich wieder ein paar Meter abwärts. Im Schatten wurde der Schnee wieder fester und eisiger. Ich entschloß mich nun doch endlich die Grödel anzulegen. Schon nach ein paar Metern war klar, dass ich dies schon längst hätte tun sollen, auch wenn es "weiter unten" doch etwas "übertrieben" ausgeschaut hätte. Alles dumme Eitelkeit! :-(
Der erste Teil des Grates war einfach nur super! Ich würde ihn mit dem Beginn des Mittenwalder Höhenweges vom Brünstlkopf vergleichen (hier ein Bild der vergleichbaren Stelle). Es ist nicht übertrieben luftig, jedoch um einiges interessanter als eine normaler Wanderaufstieg - erst recht bei unserem Kaiserwetter. Außerdem war zu diesem Zeitpunkt außer uns anscheinend niemand unterwegs... einfach herrlich!

Den "namenlosen Gipfel" in der Mitte des Grates nahmen wir noch mit, jedoch scheint es nur einen Anstieg von Seiten der Herzogstandes zu geben. Wir wollten uns auf keine Experimente einlassen und sind somit auch diesen Weg wieder zum Grat abgestiegen. Der weitere Verlauf des Grates ist weniger luftig als der Anfang von Seiten des Herzogstandes. Es war bereits alles überaus gut gespurt und somit kamen wir ohne Probleme voran. Falls man jedoch bei entsprechenden Schneemassen selbst spuren muss, so wird sich dies als recht anstrengend und zeitaufwendig herausstellen.

Aufstieg zum Heimgarten, Blick zum Kochelsee Die letzten Meter zum Heimgarten
Vor dem Gipfel des Heimgartens hat man natürlich wieder ein paar Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Wir nahmen uns viel Zeit und machten auch Pause. Bis auf eine Stelle auf halber Höhe des "Aufstieges", welche etwas steiler ist, gibt es keine Probleme. Im Rücken hat man dabei stets das Flachland und den Kochelsee (linkes Bild), im vorraus sogar ein paar "richtige Bergsteigerimpressionen". Wenn da nur nicht hier und da die Latschen die eigentliche Höhe verraten würden... *g* In der Tat war jedoch die gesamte Schneedecke mit einer dünnen, aber spiegelglatten Harschschicht überzogen.

Panorama vom Heimgarten in Richtung Süden
Den Gipfel erreichten wir gegen 13:30 Uhr. Während ich mich im Sommer 2001 so gut wie noch nicht auf dem Heimgarten orientieren konnte, gelang dies nun etwas besser. Der Ausblick reichte vom Karwendel, der Arnspitzegruppe, dem Wetterstein bis zu den Ammergauern. Von den Gebieten beim Tegernsee oder den Chiemgauern ganz zu schweigen...

Abstieg vom Heimgarten Ohlstäder Alm
Gegen 14:00 Uhr machten wir uns schließlich an den Abstieg über die Ohlstädter Alm. Der Weg schlängelt sich mehr oder weniger steil erst durch Latschen, dann durch Wald. Man hat schöne Ausblicke auf den Walchensee (linkes Bild). Die Alm (rechtes Bild) kannte ich bereits von meinem tollen Graupelschauer-Biwak. Es war schön wieder an diesem herrlichem Ort zu sein - natürlich auch, weil diesmal ordentliches Wetter war. Der Weg zurück ins Tal verläuft nun relativ unspektakulär, etwa 16:15 Uhr erreichten wir wieder den Parkplatz.

Fazit

Ich weiß nicht, wo ich diese Aussage gelesen habe, aber angeblich wird der Grat zwischen Herzogstand und Heimgarten zu den 100 schönsten Graten der Alpen gezählt. Dies kann ich uneingeschränkt bestetigen! Sofern man etwas Schwindelfreiheit und Trittsicherheit mitbringt stellt er Sommer wie Winter keine größeren Herausforderungen dar - entsprechende Lawinenlage und vorhandene Spuren vorrausgesetzt. Als Tagestour mit Pausen benötigten wir etwa 7 Stunden, allerdings sind wir alles sehr ruhig angegangen.

Je nach Schneelage sind Stöcke und Grödel zu empfehlen, aber das muss jeder selbst entscheiden. "Nice to have" ist es allemal.

Einen schönen Bericht zum Grat im Sommer gibt es auf den Seiten von Horst Wiesers Rundwanderungen in den Alpen.

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