Eindrücke
Bei uns scheinen gemeinsame Wanderungen nie einer Nacht mit viel Schlaf zu folgen.
Wie immer kamen wir erst spät ins Bett (warum schaut man sich auch solch einen
Blödsinn wie Boxen an? *g*) und dementsprechend schwer viel das Aufstehen am nächsten
Morgen im Dunkeln. Doch schon kurz nach dem Start um 9:00 Uhr vor Ort am Parkplatz
der Herzogstandbahn in Walchensee (804m) wußten wir, dass es sich gelohnt hat:
die Sonne schien und super Sicht - endlich wieder in den Bergen!
Der Aufstieg zum Herzogstandhaus beginnt etwa 150m abseits des Parkplatzes und
ist beschildet. Bereits die ersten Höhenmeter waren überaus glatt, denn hier und da war
der Boden gut vereist. Michael und ich hatten beide Stöcke dabei, doch selbst damit haute
es mich einmal ganz gut auf den Hosenboden! Das erste Teilstück des Weges ist etwas steiler
und die Serpentinen schrauben sich "langweilig" den Berg hinauf. Im Mittelteil wurde der
Untergrund endlich besser (Schneedecke) und wir hatten erste Ausblicke auf den Grat und
z.B. den Martinskopf (linkes Bild). Zwischendurch kamen wir an einer beeindruckenden
kleinen Eiswand vorbei (mittleres Bild). Der Schnee nahm langsam aber sicher zu und
wir erreichten gegen 10:45 Uhr das Herzogstandhaus (rechtes Bild). Ich wurde
richtig neidisch, als ich einige Tourengeher sah... Leider fehlt mir für sowas noch die
Ausbildung und Erfahrung.
Bis zum Gipfel des Martinskopfes waren es nur ein paar Minuten und somit standen
wir kurz nach 11 Uhr auf ihm. Der Weg ist auch im Winter - sofern bereits gespurt - eigentlich
eine reine Zeitsache, er schlängelt sich in langen Kehren durch die Latschen. Hier oben pfiff
der Wind etwas stärker und somit war es doch recht frisch. Nichts desto trotz genossen wir
die Aussicht unseres ersten Gipfels an diesem Tag. Im September waren bereits meine
Eltern auf dem Martinskopf.
Dieses Panorama (260kB) zeigt den Gratverlauf vom Heimgarten (links) bis zum Herzogstand
(rechts) vom Martinskopf aus. Links vom Heimgarten in der "Scharte" liegt die Ohlstädter
Alm. Um zum Grat zu gelangen, muss man erst auf den Herzogstand hinauf. Die Sepentinen zum
Gipfel sind gut zu erkennen. Etwa in der Mitte des Grates ist ein weiterer namenloser
"Gipfel". Ihn kann man "von rechts aus" mitnehmen.
Das es Michael und mir recht schnell recht kalt wurde ging es fix weiter. Schon gegen 11:30 Uhr
erreichten wir das Gipfelkreuz des Herzogstandes. Auch dieser Aufstieg geht sehr einfach von
Statten, ich möchte lieber nicht wissen, wie viele Leute hier im Sommer unterwegs sind. :-o
Trotzdem: wir sahen auch einige "Touristen" in etwas "festeren Straßenschuhen" hier oben im
(teilweise überfrorenen) Schnee umherlaufen - oder besser gesagt, leichtsinnig "umherschlittern"...
Das Gipfelkreuz steht niedriger als der "Pavillon" (ganz links im Panorama). Man hat
eine wunderbare Aussicht ins Flachland. So richtig bis nach München reichte die Sicht jedoch
an diesem Tag nicht. Die vermeindlichen "kleinen Staubkörner" in Bildmitte sind Heißluft-Ballons.
Wir zählten teilweise bis zu 10 Ballons...
Bis zum Pavillon bzw. Häuschen sind es vom Kreuz aus keine zwei Minuten. Ich Häuschen
gab es die ersehnte richtige Brotzeit, dieser Unterstand bot auch Schutz vor dem mitterweile
recht kaltem Wind. Mit Sicherheit haben drei bis vier Schlafsäcke hier oben Platz... Des
weiteren ist der Gratverlauf sehr gut zu sehen (siehe Bild). Etwa 12 Uhr brachen
wir dann zum eigentlichem Ziel des Tages auf...
Zunächst geht natürlich wieder ein paar Meter abwärts. Im Schatten wurde der Schnee wieder fester
und eisiger. Ich entschloß mich nun doch endlich die Grödel anzulegen. Schon nach ein paar Metern
war klar, dass ich dies schon längst hätte tun sollen, auch wenn es "weiter unten" doch etwas
"übertrieben" ausgeschaut hätte. Alles dumme Eitelkeit! :-(
Der erste Teil des Grates war einfach nur super! Ich würde ihn mit dem Beginn des
Mittenwalder Höhenweges
vom Brünstlkopf vergleichen (hier
ein Bild der vergleichbaren Stelle). Es ist nicht übertrieben luftig, jedoch um einiges interessanter als
eine normaler Wanderaufstieg - erst recht bei unserem Kaiserwetter. Außerdem war zu diesem Zeitpunkt
außer uns anscheinend niemand unterwegs... einfach herrlich!
Den "namenlosen Gipfel" in der Mitte des Grates nahmen wir noch mit, jedoch scheint es nur
einen Anstieg von Seiten der Herzogstandes zu geben. Wir wollten uns auf keine Experimente einlassen
und sind somit auch diesen Weg wieder zum Grat abgestiegen. Der weitere Verlauf des Grates ist
weniger luftig als der Anfang von Seiten des Herzogstandes. Es war bereits alles überaus gut
gespurt und somit kamen wir ohne Probleme voran. Falls man jedoch bei entsprechenden Schneemassen
selbst spuren muss, so wird sich dies als recht anstrengend und zeitaufwendig herausstellen.
Vor dem Gipfel des Heimgartens hat man natürlich wieder ein paar Höhenmeter im Aufstieg
zu bewältigen. Wir nahmen uns viel Zeit und machten auch Pause. Bis auf eine Stelle auf halber
Höhe des "Aufstieges", welche etwas steiler ist, gibt es keine Probleme. Im Rücken hat man dabei
stets das Flachland und den Kochelsee (linkes Bild), im vorraus sogar ein paar
"richtige Bergsteigerimpressionen". Wenn da nur nicht hier und da die Latschen die eigentliche
Höhe verraten würden... *g* In der Tat war jedoch die gesamte Schneedecke mit einer dünnen, aber
spiegelglatten Harschschicht überzogen.
Den Gipfel erreichten wir gegen 13:30 Uhr. Während ich mich im Sommer 2001 so gut wie noch nicht
auf dem
Heimgarten orientieren konnte, gelang dies
nun etwas besser. Der Ausblick reichte vom
Karwendel,
der Arnspitzegruppe, dem
Wetterstein
bis zu den
Ammergauern. Von den Gebieten beim Tegernsee oder den
Chiemgauern ganz zu schweigen...
Gegen 14:00 Uhr machten wir uns schließlich an den Abstieg über die Ohlstädter Alm.
Der Weg schlängelt sich mehr oder weniger steil erst durch Latschen, dann durch Wald. Man hat
schöne Ausblicke auf den Walchensee (linkes Bild). Die Alm (rechtes Bild)
kannte ich bereits von meinem tollen
Graupelschauer-Biwak.
Es war schön wieder an diesem
herrlichem Ort zu sein - natürlich auch, weil diesmal ordentliches Wetter war. Der Weg
zurück ins Tal verläuft nun relativ unspektakulär, etwa 16:15 Uhr erreichten wir
wieder den Parkplatz.
|