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Vorgeschichte
Überblick
Eindrücke
Fazit
 

Laaser Spitze (3305m)

Vinschgau, 14.09.2003

   

Vorgeschichte

Nach meinem Grundkurs Eis wollte ich zunächst noch auf dem Taschachhaus bleiben. Sylvia und Torsten "überredeten" mich jedoch letztenendes mit ins Vinschgau zu fahren. Sylvia hatte im Stallwieshof bei Martell-Dorf / Martelltal bereits ein Zimmer reserviert und für Torsten und mich fand sich auch noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Die warme Dusche nach über einer Woche war wirklich angenehm... :-)
Am Folgetag machten wir die Tour auf die Laaser Spitze, welche auch als Orgelspitze oder Punta di Lasa bekannt ist.

Überblick

Schwierigkeitsbewertung: Bergwanderung mit ein paar Kraxeleinlagen

  • Ausgangspunkt Stallwieshof (1950m)
  • Aufstieg über Weg Nr. 5 in der "Hinteren Wurmeitgrube"
  • Steinmanngasseloch (~2900m)
  • "Plateau" / Südflanke Laaser Spitze
  • Gipfel Laaser Spitze (3305m)
  • Abstieg zurück zum "Plateau"
  • Abstieg weiter auf Weg 5a und Weg 34 zur Schluderhütte (2440m, verfallen)
  • Abzweig Weg 8 (2042m)
  • eben zurück zum Stallwieshof (1950m)

Eindrücke

Nach einer geruhsamen Nacht und einem leckeren Frühstück starteten wir erst gegen 09:45 Uhr vom Stallwieshof aus. Der Weg "Nr. 5" biegt gleich an der Zufahrtsstraße zum Hof ab und führt zunächst gemächlich ansteigend durch mehr oder weniger dichten Wald, welcher nach kurzer Zeit durch Latschen verdrängt wird.

Der Aufstieg verläuft im ersten Teil ziemlich südseitig, so dass wir doch recht schnell ins Schwitzen kamen. Auf etwa 2200m gelangt man zum Abzweig in die sogenannte Hintere Wurmeitgrube und es beginnt ein elendiger Hatscher in vielen Kehren hinauf bis zum schon früh sichtbaren Seinmanngasseloch. Der Weg ist einfach und vielleicht "mittelsteil" *g*.

Steinmassgasseloch, Blick nach Süden Steinmanngasseloch, Blick zur Laaser Spitze
links: Steinmanngasseloch, Blick nach Süden - das "sichtbare" Tal ist das Martelltal
rechts: Steinmanngasseloch, Sylvia und Torsten bei der Pause, hinten Laaser Spitze

Um etwa 11:45 Uhr erreichten wir schließlich das Steinmanngasseloch (etwa 2900m) und machten eine längere Pause. Die Sicht nach Süden ist hier bereits schon großartig und wir konnten bereits die ersten vergletscherten Berge sehen. Ab hier verläuft der weitere Weg weitgehend in mehr oder weniger großen Blockwerk (siehe rechtes Bild). Steinmandl und Farbtupfer markieren den Weg, hier und da mussten wir jedoch ein klein wenig nach diesen schauen.

Meinereiner am Gipfelaufbau der Laaser Spitze, Blick Richtung Ortler Torsten am Gipfelaufbau der Laaser Spitze
links: Meinereiner am Gipfelaufbau der Laaser Spitze, Blick Richtung Ortler
rechts: Torsten am Gipfelaufbau der Laaser Spitze

Etwa 12:30 Uhr rafften wir uns für die verbleibenden Höhenmeter auf. Mit der Höhe wurde es nun kälter und windiger. Die Laaser Spitze hat man bereits lange im "Visier", doch es zieht sich noch ein klein wenig. Am Gipfelaufbau wird es kurzzeitig etwas steiler und für kurze Passagen sind die Hände als leichte Stütze hilfreich. Beeindruckend die ersten Blicke hinüber zum Ortler sowie schliesslich am Grat die noch vom Schnee weiße Nordseite.

360 Grad Panorama von der Laaser Spitze aus
360 Grad Panorama von der Laaser Spitze (770kB)

Schließlich erreichten wir gegen 13:45 Uhr den Gipfel der Laaser Spitze (3305m). Man liest ja nun ständig von "beeindruckenden Gipfelpanoramen", jedoch war dieses für mich tatsächlich besonders beeindruckend. Das liegt zum einen daran, dass die Woche zuvor am Taschachhaus fast nur schlechtes Wetter war, zum anderen aber, dass ich das erste Mal "richtig" bekannte hohe Berge sah: Ortler und Königsspitze. Bisher war entweder immer die Sicht schlecht oder ich war mir nie richtig sicher oder aber es handelte sich "nur" um ein paar Gipfel +/- 3500m Höhe, welche man meist auch ohne Hochtourenerfahrung (Gletscher etc.) besteigen konnte. Aber "König Ortler" ist schon irgendwie etwas anderes... Das "klingt" einfach. Und irgendwie möchte jeder diesen Koloss für die Liste ja einmal "abhacken" *g*.
Siehe dazu z.B. auch die Seiten von Matthias Marke Besteigung Ortler über den Hintergrat und Besteigung Königsspitze.
Wie auch immer, die Pause war lange und schön. Windgeschützt in der Sonne lies es sich prima aushalten, ansonsten war es jedoch ziemlich frisch.

Meinereiner auf der Rotspitze mit Blick zur Laaser Spitze
Meinereiner auf der Rotspitze, hinten Laaser Spitze

Beim Abstieg entschlossen Torsten und ich noch die Rotspitze (3282m - vielen Dank für die Info zum richtigen Namen an Andreas aus Laas im Vinschgau) mitzunehmen, welcher in südöstlicher Richtung von der Laaser Spitze im verlängerten Grat liegt. Teilweise gibt es kleine Steigspuren, ansonsten bewegt man sich im Ier und IIer Gelände. In der Wegsuche kann man ziemlich frei entscheiden und sich so schöne Genuss-Kraxeleien suchen. Die Aussicht unterscheidet sich nicht übermäßig von der Laaser Spitze, man hat jedoch einen Blick auf dieselbige und rutscht ein wenig näher an den Ortler...

Panorama von der Laaser Spitze Richtung Ortler
Panorama von der Laaser Spitze Richtung Ortler, unten die Rotspitze

Der direkte Abstieg von der Rotspitze in Richtung Südost ist möglich, so kommt man früher oder später wieder auf den Weg Nr. 5. Ier Gelände, grobes Blockwerk.

Für den Abstieg zurück zum Stallwies Hof wählten den Weg 5a und danach Weg 34 über die verfallene Schluderhütte. Er ist landschaftlich eigentlich schöner als der recht monotone Aufstieg in der hinteren Wurmeitgrube, ansonsten nehmen die beiden sich nicht viel. Auf etwa 2000m trifft man auf Weg 8 und hat von dort aus noch etwa 30 Minuten relativ eben bis zum Stallwieshof. Diesen erreichten wir gegen 17:45 Uhr.

Fazit

Schöne, mit dem Abstecher zur Rotspitze auch sehr abwechslungsreiche Tour mit toller Aussicht zur Ortlergruppe. Im Gipfelbereich der Laaser Spitze gegenüber dem restlichen Weg etwas anspruchsvoller, bei guten (=trockenen) Verhältnissen jedoch soweit nicht schwierig.

Siehe auch folgende Seiten

Den Stallwieshof kann ich übrigens uneingeschränkt empfehlen! Die Übernachtung ist ok, die Aussicht auf die Berge super und das Essen einfach grandios! Die Wirtsleute sind richtig nett. Schade war nur, dass ich nach zwei Tagen wieder nach Hause musste.

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