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Vorgeschichte
Überblick Tag 1 Tag 2 Tag 3 Tag 4 Tag 5 Fazit |
Touren um die Marteller Hütte 2004Ortleralpen, 13-17.07.2004 |
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Vorgeschichte
Nach einem
Geplant war von einem festen Hüttenstützpunkt aus mit "leichtem" Gepäck verschiedene
einfachere Hochtouren zu unternehmen. Aufgrund des Wetters (im Süden sollte es besser sein)
fiel die Wahl schließlich auf die Ortleralpen und das Gebiet rund um die
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Überblick
Schwierigkeitsbewertung: einfache Hochtouren
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Tag 1 - Anfahrt und Aufstieg zur ZufallhütteEtwa 06:30 Uhr holte ich Stefan und Hinnerk am Bahnhof in München ab und wir fuhren gemeinsam im Auto nach Leermos. Dort wollten wir Torsten treffen, er reiste von Stuttgart aus an. Stau und schlechtes Wetter verzögerten seine Ankunft ein wenig, doch schließlich ging es nach etwas Umpackerei zu viert weiter Richtung Süden. Das Wetter wurde zunehmend besser und - wie sollte es anders sein - ab dem Reschenpass kam sogar etwas blauer Himmel zum Vorschein...
Wir fuhren bis an das Ende des Martelltal und packten unsere Rucksäcke am Parkplatz der
Enzianhütte (2055m, Achtung Gebühren, nicht ganz billig!). Unser Ziel, die
Auf der
In der Hütte hatten wir ein schönes Lager für uns allein. Das Essen (HP) war dann der absolute Hammer: selbstgemachte Spinatknödel, Salat mit Wallnussöl, Fisch mit Zuccini (der Nachschlag wurde uns regelgerecht aufgedrängt *g*) und noch ein Dessert... Meiner Meinung nach sollten Hütten schon eher spartanisch sein, doch dieses Essen hatte doch einiges für sich. :-) |
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Tag 2 - Hintere Schranspitze Nordgrat
Unser erster Tourentag begann prima: das Frühstück war sehr gut und reichlich (Südtiroler Schinken!) und
das Wetter konnte nicht viel besser sein. Um 7:15 Uhr starteten wir und stiegen zunächst eine gute Stunde
auf einem leichten Weg bis zur
Hinter der Hütte beginnt der bezeichnete Weg 37a, welcher auch am Beginn des Nordgrates der Hinteren Schranspitze vorbei führt. Bis dahin hatten wir aber noch ein Weilchen zu gehen. Kurz hinter einem Bach unweit der Hütte schraubt sich die erste Moräne empor und dies setzt sich mehr oder weniger bis zum Grat fort. Mehrmals verliert man wieder mehrere Höhenmeter... Sehr entschädigend sind dabei das sich aufbauende Gletscherpanorama im Süden sowie die nach und mehr zum Vorschein kommende Königsspitze im Westen...
Das letzte Stück bis zum Grat war gut einzusehen, jedoch etwas steiler. Es ist gut möglich, dass wir hier bereits nicht mehr auf dem bezeichneten Weg unterwegs waren, allerdings hielten wir bereits nicht mehr nach den Markierungen Ausschau, Spuren gab es ebenfalls keine. Etwas brüchig/lose war es, unter dem Schnee noch einige Felsblöcke vereist. Ich zog es vor, "sicherheitshalber" die Steigeisen anzulegen, die anderen sind allerings auch ohne hochgekommen. So erreichten wir gegen 10:45 Uhr an einem kleinen Sattel den Beginn des Nordgrats und machten erst einmal kurz Pause (knapp unter 3000m). Schon vom Aufstieg her hatten wir sehen können, dass auch der Grat einige "auf und ab's" hatte...
Der Grat selber war bei den uns vorherrschenden Bedingungen sehr abwechslungsreich und machte schon auf den ersten Höhenmeter einen wahnsinnigen Spass! Firn und Schneefelder galt es aufzusteigen. Meist knöchel- bis knietief, manchmal krachten wir bei Verwehungen aber auch kurz bis zur Hüfte ein. Wir mußten spuren, das machte das ganze aber recht interesant. Im Fels gab es grobes Blockwerk sowie größtenteils Ier Gelände, hier und da jedoch auch kurze IIer Stellen. Die Breite variierte und auch die Ausgesetztheit war recht unterschiedlich. Kurzum: bei dem Wetter war es ein echter Traum! Bei ausgeprägteren Aufschwüngen am Grat querten wir jeweils kurz in die Ost- oder Westflanke, meist kann man jedoch direkt gehen.
Ich hatte meine Steigeisen bis dato noch nicht wieder abgelegt und lies sie nun bis zum Gipfel an. Notwendig wäre es nicht gewesen, aber ich empfand es als recht annehmes "Training". Hier und da waren sie bei vereisten Felspassagen auch ganz hilfreich. Den letzten Anstieg (ca. 150Hm) zum Gipfel konnten wir gut überblicken. Für den direkten Anstieg am Nordgrat hätten wir jedoch wieder etwas absteigen müssen. Etwas weiter östlich führte eine doch recht hohe (ca. 10-15m?!) Schneeverwehung mit einem richtigen Grat auf etwa gleicher Höhe in die Nordostflanke. Siehe dazu das linke Bild unten - es täuscht jedoch, es war schmaler und breiter als es aussieht. Da wir mittlerweile auch schon über 5 Stunden unterwegs waren und die Höhe ebenfalls langsam aber sicher etwas merkten, entschlossen wir uns für die Flanke.
Die tatsächliche Steilheit der Flanke bemerkten wir jedoch erst, als tatsächlich in ihr waren. Hier war
ich wiederum recht froh, dass ich die Steigeisen noch nicht abgelegt hatte. In der Sonne kamen einige
"blankere" Stellen zum Vorschein und teilweise wurde es unter dem Firn ziemlich rutschig. Torsten ist
ein-, zweimal kurz ausgerutscht, konnte sich jedoch mit dem Pickel halten. So erreichten wir gegen 13 Uhr den Gipfel der Hinteren Schranspitze.
Ein paar harmlose Quellwolken waren bereits aufgezogen, ansonsten war die Aussicht überwältigend! Besonders die Königsspitze (ich erwähnte es bereits *g*) fand ich überaus beeindruckend! Neben dieser Bombast-Pyramide übersieht man fast die zahmen Rundungen des Cevedale und der Zufallspitze, dabei waren beide näher und sind gerade einmal 100m niedriger. Wir hatten den Gipfel auch ganz für uns alleine und konnten die Pause sehr geniessen. Nach beinahe einer Stunde brachen wir zum Abstieg auf. Immer wieder beeindruckend: wie schnell einen die "Gipfel-Endorphine" die Anstrengungen fast komplett überwinden lassen und man wohlig-glücklich weiter geht... Nach etwa 20 bis 30 Minuten erreichten wir den Sattel zwischen einem namenlosen Gipfel im Veneziakamm und der Hinteren Schranspitze. Hier hies es nun das "bisher gelernte" erstmalig (mehr oder weniger) selbstständig anzuwenden: Anseilen, denn ab hier sollte es über den Schranferner in Richtung Norden wieder bis zum Weg 37a gehen. In einiger Entfernung sahen wir eine "kleine Autobahn" auf dem Gletscher, welche jedoch nicht zu uns zum Sattel, sondern zu den Veneziaspitzen führte. Für die ersten Meter mußten wir uns entsprechend selber einen Weg suchen.
Ok, für so ziemlich jeden Bergsteiger wird so ein einfacher Gletscherhatscher nichts bewegendes mehr darstellen. Ich fand es in diesem Moment als "meinen Einstieg" jedoch umwerfend! Selnstständig in der Seilschaft unterwegs, beeindruckende Gegend und tolle Verhältnisse... Der tatsächliche Aufenthalt auf dem Gletscher war jedoch für diesen Tag recht kurz. Bereits 14:45/15:00 Uhr erreichten wir problemlos das nördliche Ende des Schranferners. Nach dem Ausbinden und Verstauen der Utensilien ging es einfach aber weglos weiter - bis wir schließlich wieder "irgendwo" auf den Weg 37a stießen. Den bereits erwähten Bach unweit der Hütte erreichten gemütlich gegen 16:15 Uhr. Nach einer Pause und dem Genießen des Bergpanoramas kamen wir 17:00 Uhr wieder zur Martellerhütte (2610m). Der Hüttenabend gestaltete sich sehr ruhig, da wir die einzigstens Gäste waren. Das Essen erreichte nicht ganz die Qualität der Zufallhütte vom Vortag, es war jedoch (auch die Folgetage) noch um einiges besser als das auf deutschen oder österreichichen Hütten. Vier Gänge bei der Halbpension und irgendwie schmeckte es halt nicht nach "Spaghetti mit Bolognese â la Hütte"... Für den Folgetag wollten wir die Zufallspitze und den Cevedale angehen und wieder zur Martellerhütte zurückkkehren. |
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Tag 3 - Überschreitung der Drei VeneziaspitzenKurz nach 5 Uhr klingelte der Wecker doch der Blick aus dem Fenster brachte die große Ernüchterung: anscheinend hatten sich über Nacht die (Quell)wolken vom Vortrag doch nicht aufgelöst, alle Gipfel hingen in einem trüben grau in grau... Nach eingehender Beratung und langsameren Packen des Rucksacks kamen wir nach einem ebenfalls sehr guten Frühstück erst 6:45 Uhr los. Neues Ziel: die Veneziaspitzen. Von der Hütte hält man zunächst südöstlich in Richtung Cevedale, nach einem kleinen See teilt sich der Weg jedoch nochmals und man folgt links dem bezeichneten Weg Nr. 27. Gegenüber dem Vortag war es um einiges kälter und es nieselte teilweise leicht. Bei etwa 2700m knickt der Weg zudem nach links ab und es geht etwas steiler nach Osten hinauf zum Hohenferner. In diese "Furche" konnte der Wind prima hineinwehen, so dass wir nach kurzer Zeit die warmen Klamotten auspackten und auch die Handschuhe anzogen. Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Rand des Hohenferner. Mittlerweile waren wir in etwa der Höhe der Wolken und somit war die Sicht recht schlecht - bzw. besser gesagt: kurzzeitig zog es (ohne blauen Himmel auf) und wir konnten weiter sehen, dann wiederum standen wir "voll in der Suppe". Der Wind kam von Nordwesten, dort sahen wir bereits einiges Stellen, an denen die Sonne durch die Wolken auf die Berge hindurch schien. So entschlossen wir uns anzuseilen und über den Gletscher weiter aufzusteigen. Der Hohenferner ist in diesem Teil recht flach und von weiteren Begehungen der Veneziaspitzen existierte bereits eine gut gelegte Spur. Steigeisen waren auf dem Gletscher wiederum nicht notwendig. Der Aufschwung zum Grat hin wurde kurzzeitig etwas steiler, jedoch bestimmt nicht über 30°. So standen wir ca. 9:15 Uhr an unserem ersten Gipfel diesen Tages. Doch welcher war es?
Wir fanden ein
Kreuz vor (siehe Bild oben rechts) und ebenfalls ein Gipfelbuch, welches uns glauben lies auf der
Ersten Veneziaspitze zu stehen. Allerdings war der Weiterweg am Grat zunächst sehr "eben" und erst nach
einer ganzen Weile kamen wir zu einem ersten Aufschwung....
Der Nebel und die Wolken verhinderten allzu schlimme Tiefblicke, doch auch so stellten wir fest, dass ein Ausrutschen oder sonstige Unsicherheiten hier fehl am Platz waren. Der Schnee und teilweise der Firn machten die Sache wie am Vortag (für mich) überaus interessant. Durchweg kurze Ier Stellen, wenn man wollte hier und da vielleicht eine II-. Der Wind hielt sich in Grenzen aber auch so waren wir in voller Montur mit Mütze und Handschuhen unterwegs. Was soll ich schreiben?! Ich war vollkommen begeistert! :-)
Ein zwischenzeitlicher Notabstieg vom Grat wäre unserer Meinung nach nicht besonders gut möglich gewesen. Zum einen ist es nordseitig wie südseitig sehr steil, zum anderen würde zumindest nordseitig der Untenmarktferner und ebenfalls der Auslauf des Hohenferners in einem ziemlichen Bruch Enden. Selbst bei sehr gutem Wetter hätte man hier wahrschlich so sine Problemchen einen Weg zu finden...
Um etwa 11 Uhr erreichten wir wieder einen Gipfel. Nach unserer Meinung am Grat waren wir auf der Dritten Veneziaspitze, entsprechend des Bildes oben und der Einsicht zwei Tage später wahrscheinlich erst auf der Zweiten Veneziaspitze. Dies würde auch eher zu den weiteren Zeiten passen, denn nach einer Pause ging es am Grat weiter bis zu dem schon vom Vortag bekannten Sattel zwischen der Hinteren Schranspitze und einem namenlosen Gipfel im Veneziakamm. Den Sattel erreichten wir schliesslich (erst) 12:45 Uhr...
Ab hier war uns der Weg vom Vortag bereits bekannt. Wir seilten uns an und stiegen wieder über
den Schranferner ab. Gegen 13:30 Uhr war diese Passage überwunden. Nach einem kleinen - erfolglosen -
Umweg über die Schranspitze (2888m) erreichten wir um 15:15 Uhr wieder die
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Tag 4 - Zufallspitze
Kurz nach 5 Uhr läuteten die Armbanduhren und der Blick aus dem Fenster verhies zumindest
wettertechnisch: heute gehe ich meinen bis dato höhsten Berg an! Vorfreunde, Aufregung und wieder
ein super Frühstück! 6:15 Uhr starteten wir an der
Der Weg führt wieder nach Südwesten. Kurz hinter dem kleinen See ("Untere Konzenlacke") hält man
sich rechts und somit direkt auf den Fürkeleferne zu. Pfadspuren sind deutlich zu erkennen, man quert
einige kleine Bäche und Steinmandl stehen auch mehr oder weniger verstreut herum.
Schließlich kommt dann aber doch der Zeitpunkt, an welchen wir uns am Fürkeleferner anseilen. Wir taten dies etwa 7:15/7:30 Uhr. Die genaue Höhe kann ich nicht mehr ausweisen, ich schätze es war etwa auf 2850/2900m. Wie weit man noch gehen kann, hängt stark von den aktuellen Verhältnissen ab und wie weit bereits der Schutt hervorschaut. Im Zweifelsfall wird das Seil natürlich lieber früher als später ausgepackt! Der Fürkeleferner ist hier sehr eben und war früh am Morgen gut zu begehen. Spuren waren ebenfalls vorhanden, sie führten nach Süden zur Fürkelescharte (3025m). Diese konnte man bereits gut erkennen. Man sollte sich hier nicht von der Steilheit beim Übergang vom Gletscher hoch zur Scharte abschrecken lassen, denn diese täuscht erheblich! Der Gletscher wird zwar zum Schluss schon etwas steiler, der Übergang in den Fels bzw. das Geröll war jedoch gut möglich und wir erreichten die Scharte gegen 08:00 Uhr problemlos! Eine weitere Möglichkeit des Aufstieges wäre folgende Alternative gewesen: vor Erreichen der Scharte wieder süd-westlich (nach rechts) halten (meist schon Spuren vorhanden) und dort nördlich unterhalb des Grates weiter am Gletscher aufsteigen. Dies ist bis auf 3200/3300m problemlos möglich. Man kann später fast zu einem beliebigen Zeitpunkt auf den Grat herauf. Alle weiteren Gruppen an diesem Tag taten dies und waren so auch erheblich schneller. Man sieht den Weg im unteren linken Bild. Wir gingen jedoch am Grat und hatten somit noch eine schöne Blockkletterei vor uns!
Der nun folgende Grat (oder eher Kamm, denn im unteren Teil ist er sehr breit) folgt ganz und gar nicht geradlinig bis zum Gipfel. Man hat aber fast immer einen beeindruckenden Blick auf die Zufallspitze und einen Großteil des weiteren Weges (ebenfalls siehe Bild oben). Der Grat ansich kann als einfach bezeichnet werden. Großflächiges Gehgelände wechselt sich mit groben Ier-Blockwerk ab. An zwei schwierigere Stellen kann ich mich erinnern (siehe dazu das rechte Bild oben, allerdings sehr abenteuerlich fotografiert *g*), jedoch hätte man hier im Fall des Falles auch zum Gletscher absteigen und dort weitergehen können.
Auf beinahe 3300m trafen wir dann auf die anderen Gruppen, welche den Alternativweg direkt über
den Gletscher gegangen waren. Ein kleines "Plateau" lädt hier zu einer kurzen Pause ein und bietet genug
Platz zum Ein- oder Ausbinden. Das
Nun folgt ein kurzes steileres Stück im Blockwerk. Es gibt sehr viele Pfadspuren und unterschiedliche kleine Wege, teilweise kann man auch direkt durch das Blockwerk klettern. Das folgende Bild zeigt unseren weiteren Aufstiegsweg, die eingezeichnete Spur sollte in etwa der tatsächlichen entsprechen.
Man kann vielleicht ein wenig erkennen, dass ab dem Blockwerk quasi eine Art "Terassenaufstieg" beginnt - zumindest kam es mir so vor. Nach einem kürzerem Steilstück gab es jeweils wieder ein flacheres Stück zum Ausruhen. Wir nutzen diese Gelegenheit gegen 9:15 Uhr auf 3360m.
Der eigentliche Weg war aufgrund von Pfadspuren im Schnee nicht zu verfehlen. Aber auch ohne diese wäre es soweit gut gangbar gewesen. Die Zufallspitze ist stets im Blickfeld, ohne richtig dichten Nebel sollte man nicht allzu viel falsch machen können. Schwierigkeiten im Weg lagen uns in diesem Abschnitt soweit nicht vor. Wenn überhaupt gab es maximal eine kurze Ier Stelle... Man musste eher Obacht auf den Schnee geben, denn langsam aber sicher taute es ein wenig und der ein oder andere Felsen konnte rutschig sein. Vor dem letzten Gipfelaufschwung hat der Pfad noch ein steileres Stück. Man erkennt es unterwegs recht schnell: nachdem es ein paar Meter wieder runter auf einen kleinen Sattel geht... Hier kann man aufgrund der Höhe nochmal gut ins keuchen kommen. Unter dem eher losen Schnee hatten wir teilweise festeren Firn, teilweise war es ein wenig vereist. Der Pickel leistete hier gute Dienste.
Nun hatten wir es quasi geschafft. Auf den letzten Höhenmetern gibt es tolle Ausblicke in die Ostflanke der Cevedales und in einige Spalten- / Bruchzonen des Vedretta de la Mare. Der Schnee wurde hier wieder fester und man musste teilweise mit dem Schuh die Stufen schlagen. Der Pickel war hier auch dringend notwendig, da es linker Hand wieder ausgesetzter wurde und ein Ausrutschen ohne eine Bremsmöglichkeit wohl unangenehm enden könnte. Um 10:45 Uhr erreichten wir schliesslich nach 4,5 Stunden Aufstieg (mit Pausen) den Gipfel der Zufallspitze.
Auf dem linken Bild oben kann man über dem Gipfelkreuz das beschriebene Steilstück (der Weg macht hier einen "Linksknick") und den kleinen Sattel erkennen. Weiter rechts der Vedretta de la Mare Der Grat hinüber zum Cevedale (mittleres Bild) sah überaus beeindruckend aus. Auf dem Gipfel tummelten sich bestimmt zwei Dutzend Leute, welche alle den kurzen Anstieg von der Casatihütte (rechtes Bild) gekommen waren. Der Gipfel der Zufallspitze ist übrigens ziemlich klein. Außer uns waren noch zwei Italiener anwesend, damit waren dann fast alle "normalen Sitzplätze" belegt.
Nach einer halben Stunde am Gipfel überlegten wir, ob wir noch den Übergang zum Cevedale machen. Der Grat sah jedoch sehr beeindruckend aus und wir wußten nicht recht, ob man den Gratturm auf der Hälfte des Weges überklettern kann oder ob ein ausweichen notwendig ist. Des weiteren würden wir bestimmt hin und zurück 1,5 bis 2 Stunden benötigen und das wäre wohl aufgrund der Tageszeit und dem Wetter keine tolle Idee. Wie sich später zeigen sollte, war die Entscheidung gerade wegen dem Wetter richtig gewesen. Also machten wir uns an den Abstieg über den gleichen Weg wieder zurück. Der Schnee war nun natürlich aufgeweichter. Einige Passagen wurden leichter (wie z.B. an der Gipfelflanke, siehe Bild unten), andere wiederum arteten in kleinen Rutschpartien aus. Wir kamen jedoch sehr gut und recht schnell voran, abwärts spürt man die Höhe ja meist nicht mehr. Etwa 12:15 Uhr erreichten wir wieder den "Anseilplatz" auf 3250m und genehmigten uns eine Pause. Für den weiteren Weg beschlossen wir, auch die schnellere Passage über den Gletscher zu nutzen und nicht direkt am Grat zu bleiben.
Etwa auf dem halben Weg auf dem Fürkeleferner passierte es dann: die Wolken wurden sehr schnell dichter, es donnerte hinter uns und kurz darauf kamen die ersten Regentropfen. Wir beeilten uns. Von den Ausbildungskursen erinnerte ich mich, dass "nach Murphy" ein Spaltensturz natürlich niemals bei bestem Wetter gleich neben der Hütte stattfindet... Wir hatten mit Sicherheit keine 20 Minuten mehr auf dem Gletscher zu gehen, hereinziehende Wolken oder Nebel wären ebenfalls nicht unbedingt das, was man sich bei der ersten eigenen Tour vorstellt... Jedenfalls merkt man, dass bei "etwas Druck" die Konzentration doch ein wenig nachlies. Die Seilführung war nicht immer die beste...
Nichts desto trotz blieb es beim Donnern und ein wenig Regen. Der Kern des Wärmegewitters schien
durch den Cevedale und die Zufallspitze aufgehalten zu werden und eher nach Nordosten abzuziehen.
Zurück am Weg 103 und den ganzen Steinmandl war eigentlich wieder grünes Licht und wir trafen zufrieden wieder
an der
Anmerkung zum Gratübergang Zufallspitze - Cevedale: |
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Tag 5 - Madritschspitze Nordgrat...in Arbeit
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Fazitxxxxxxxxx
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