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Alpspitze (2628m)

Wetterstein, 23/24.08.2001

Überschreitung Alpspitz Ferrata - Westgrat/Mathaisenkar

   

Vorgeschichte

Aufgrund eines Bewerbungsgespräches war ich "mal wieder" in München und wollte diesen Besuch gleich noch um einen kleinen Aufenthalt in den nahen Bergen verlängern. Ein Ziel hatte ich mir bis kurz vor dem Aufbruch nicht so richtig ausgesucht, ich wollte bloß möglichst etwas "klettersteigmäßiges" dabei haben und allzuweit sollte es auch nicht entfernt sein. Irgendwie bin ich dann doch auf die Alpspitze im Wetterstein gekommen, obwohl ich bis dato schon einiges über die Massen von Leuten die dort unterwegs sein sollen gehört oder gelesen hatte...

Überblick

  • 23.08. -> Tag 1 
  • Bad Rießer See (ca. 800m)
  • Aufstieg zum Kreuzeckhaus (1650m) und Übernachtung
  • 24.08. -> Tag 2 
  • Hoch Alm (1703m)
  • Osterfelder Kopf / Bergstation Alpspitzbahn
  • Klettersteig "Alpspitz Ferrata"
  • Gipfel Alpspitze (2628m)
  • Abstieg über den Westgrat in Richtung Grieskar und weiter über Klettersteig ins Mathaisenkar
  • Höllentalanger Hütte (1379m)
  • Höllentalklamm
  • Hammersbach
  • Bad Rießer See (ca. 800m)

Tag 1

Am ersten Tag passierte noch nicht all zuviel, denn der Abend zuvor war recht feucht und fröhlich gewesen, so dass ich lange Zeit noch am grübeln war, ob ich denn überhaupt noch losmachen sollte... Gott sei Dank konnte ich mich noch aufraffen und fuhr bei sehr schönem Wetter Richtung Garmisch-Partenkrichen. Nach etwas Suchen parkte ich in der Nähe des Bad Rießer Sees (ca. 800m, 16:30 Uhr). Von dort aus wollte ich einfach nur "fix" bis zum Kreuzeckhaus aufsteigen und mich bis zum nächsten Tag schön ausschlafen. Allerdings habe ich es geschafft mich in dem "Gewirr" von Wegen (oder besser gesagt Fahrstraßen) ganze zwei Mal zu "verlaufen", so dass ich erst gegen etwa 19:15 Uhr an der Hütte war.
Das Personal war nicht besonders nett gewesen. Auf eine höfliche Frage bei meinem Eintreffen ob ich mich vor dem Essen noch schnell frisch machen könnte gab es nur die Antwort "Klar, bloß dann gibt es nichts mehr..." - Nunja, so schafft man sich halt für die Zukunft gerne wieder einkehrende "Kunden".
Dafür war die Hütte aber so gut wie nicht belegt und ich konnte in dem wirklich sehr großzügigen Lager sehr angenehm schlafen.

Tag 2

Alpspitze vom Kreuzeckhaus gesehen
Gegen 7:45 Uhr startete ich nach einer recht guten Nacht vom Kreuzeckhaus aus. Der Himmel war wolkenlos und ich konnte die Alpspitze das erste Mal sehen. Es war ein ziemlich gewaltiger Anblick, denn der Gipfel lag etwa 1000m höher!
Zunächst muß man aber noch etwa eine Stunde bis zur Bergstation der Alpspitzbahn aufsteigen. Auf dem Foto liegt sie in Bildmitte beim Felsansatz. Es existieren verschiedene normale Wanderwege, ich nahm den über die Hoch Alm (1703m) und von dort aus weiter unterhalb der Seilbahn.

Wegweiser an der Gipfelstation der Alpsitzbahn Erste Hürde in Richtung der Klettersteige an der Nordwand Der Einstieg zur Alpspitz Ferrata
An der Bergstation der Alpspitzbahn sind noch einmal drei verschiedene Anstiege auf die Alpspitze ausgewiesen. Am populärsten wird wohl die Alpspitz Ferrata sein, welche auch ich angehen wollte. Aber auch wenn die Höhenmeter bis zum Gipfel nun schon geschrumpft waren, der brachiale Anblick der "Nordwand" blieb bestehen...
Recht kurz nach der Bergstation erreicht man die erste kleine Hürde, welche aber wohl nur die "allerschlimmsten Turnschuhtouristen" abzuschrecken scheint.

Die erste größere Leiter beim Aufstieg Die zweite größere Leiter, wohl mit das klassischste Foto der Alpspitz Ferrata Blick hinüber zur Zugspitze und zum Aufstieg durch das Höllental
Der erste Teil des Klettersteiges war eher langweilig und sehr viele Leute nutzten das gute Wetter, so dass ich mir teilweise wie in einer Supermarktschlange vorkam. Außerdem war überall wirklich übertrieben viel Eisen gesetzt. Oftmals konnte man den Fels gar nicht mehr nutzen und mußte die Tritte und Stifte nehmen. Die "große Leiter" (welche wohl auf vielen Fotos zur Alpspitz Ferrata abgebildet ist) war nicht wirklich spektakulär, da bietet beispielsweise die Leiter am Mittenwalder Höhenweg mehr.
Nach vielleicht 1 Stunde hat man auch den ersten Ausblick in Richtung Zugspitze und kann wirklich einen sehr großen Teil des berühmten Aufstieges über das Höllental überblicken.

Blick zurück zum Kreuzeckhaus Die letzten Höhermeter vor dem Gipfel Die letzten Höhermeter vor dem Gipfel
Im mittleren Teil wurde der Klettersteig dann zunehmend interessanter, da auch die Aussicht immer besser wurde. Auf dem ganz linken Bild ist die Aussicht in Richtung Garmisch zu sehen. Beim linken roten Kreis befindet sich das Kreuzeckhaus, beim rechten die Kreuz Alp und das Kreuzjoch Haus. Hier und da staute es sich aufgrund der Massen und es war echt beeindruckend was da so alles in Richtung Gipfel marschierte. Gut erinnere ich mich an ein Pärchen: die Sohle von ihm hing nur noch in Fetzen an den Turnschuhen, seine Freundin ruhte sich alle 5 Meter aus (offensichtlich nicht besonders glücklich in dem teilweise doch etwas abschüssigen Gelände) und in dem einen kleinen Rucksack für beide war wohl nicht mehr als ein Fotoapparat. Aber nunja, was soll auf 2600m schon passieren? ;-|
Etwa 100 bis 200 Meter unter dem Gipfel wurde es dann noch einmal etwas ausgesetzter (beide Bilder rechts), aber dies empfand ich eigentlich als den schönsten Teil dieses Klettersteiges.

Aufstieg, Blick nach Garmisch Die letzten Höhermeter vor dem Gipfel
Hier noch einmal ein Blick in Richtung Garmisch. Rechts ist das Estergebirge und davor der (kleinere) Wankkopf zu sehen. Und rechts ein weiteres Bild von recht kurz vor dem Gipfel.

Das Gipfelkreuz mit Blick Richtung Garmisch Meinereiner auf dem Gipfel der Alpspitze, im Hintergrund die Zugspitze
Etwa 10:45 Uhr erreichte ich schließlich den Gipfel der Alpspitze. Von einer "Einsamkeit auf dem Gipfel" konnte ich nur träumen, das Foto mit dem Kreuz ist eher nur ein sehr kleiner Ausschitt von den gesamten Massen. Nichts desto trotz hat man eine tolle Aussicht in Richtung Garmisch und vor allem hinüber zur Zugspitze.

Panorama vom Gipfel der Alpspitze
Das Panorama hinüber zur Zugspitze war wirklich grandios! Besonders der Jubiläumsgrat schaute sehr beeindruckend aus (hier von der Zugspitze aus nach links).

Westgrat von kurz unterhalb des Alpspitz-Gipfels Abstieg am Westgrat vom Westgrat Blick hinauf zur Alpspitze
Für den Abstieg wählte ich den Weg über das Mathaisenkar. Zunächst steigt man etwa 30 bis 45 Minuten auf dem Westgrat bis fast zur Grieskar Scharte ab. Dort teilt sich der Weg. Weiter geradeaus geht es über den weitaus schwierigeren Jubiläumsgrat bis zur Zugspitze, rechts hinab ins Kar. Den Grat empfand ich als überaus spannend! Er war in keinester Weise so stark versichert wie der Anstieg über die Ferrata und bot einfach mehr "Genuß"! Außerdem war es irgendwie nicht mehr ganz so voll wie beim Aufstieg gewesen, da doch ein Großteil wieder zurück zur Alpspitzbahn wollte und somit entweder einen der beiden Nordwandanstiege oder den Ostgrat nahm.

Abstieg ins Mathaisenkar
Auch der weitere Abstieg hinunter ins Mathaisenkar blieb überaus interessant und genußvoll! Ständig hat man die Zugspitze und den Jubigrat im Blick bzw. je tiefer man kommt, desto beeindruckender wirkt die Westseite der Alpspitze. Die beiden auf dem Bild sind übrigens ein Pärchen aus Sachsen. Sie waren in der Nacht von zu Hause aus gestartet und sind dann in der Frühe ebenfalls zur Alpspitze aufgestiegen... und den Tag darauf sollte es über das Höllental zur Zugspitze gehen. :-)

Höllentalaufstieg zur Zugspitze von der Höllentalanger Hütte aus gesehen In der Höllentalklamm
An der Höllentalanger Hütte (1379m) gab es natürlich erstmal ein verdientes Radlermaß, aber einen freien Platz zum Sitzen mußte man dazu erst einmal suchen. :-( Den Blick gen Zugspitze fand ich absolut überwältigend, denn von der Hütte aus bis zum Gipfel sind es etwa 1700m! Nach dem Päuschen ging es durch die Höllentalklamm bis nach Hammersbach und von dort zurück zum Bad Rießer See (ca. 800m).

Fazit

Die Tour hatte ohne Frage einen guten und einen weniger guten Part. Zum ersten ist der Abstieg über den Westgrat verbunden mit dem Klettersteig hinunter ins Mathaisenkar einfach erste Sahne gewesen! Kleine Klettereien und Kraxeleien sowie beeindruckende Aussichten. Zum anderen erkauft man sich dies aber mit Massen an Leuten, Bergeinsamkeit sucht man an Schönwettertagen wohl immer vergebens. Ob das eine das andere positiv ausgleichen kann sei dahingestellt und muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Sonstige Informationen

  • Infos über das Kreuzeckhaus in meiner Hüttenliste
  • Ein weiterer Bericht über eine Tour auf die Alpspitze gibt es auf der Homepage von Markus Sauer.
  • Tourbericht und weitere Fotos zur Alpspitze auf der Seite von Manfred Rausch.

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