Tag 2
Gegen 7:45 Uhr startete ich nach einer recht guten Nacht vom
Kreuzeckhaus aus.
Der Himmel war wolkenlos und ich konnte die Alpspitze das erste Mal sehen. Es war ein
ziemlich gewaltiger Anblick, denn der Gipfel lag etwa 1000m höher!
Zunächst muß man aber noch etwa eine Stunde bis zur Bergstation der Alpspitzbahn
aufsteigen. Auf dem Foto liegt sie in Bildmitte beim Felsansatz. Es existieren verschiedene
normale Wanderwege, ich nahm den über die Hoch Alm (1703m) und von dort aus weiter unterhalb
der Seilbahn.
An der Bergstation der Alpspitzbahn sind noch einmal drei verschiedene
Anstiege auf die Alpspitze ausgewiesen. Am populärsten wird wohl die Alpspitz
Ferrata sein, welche auch ich angehen wollte. Aber auch wenn die Höhenmeter bis
zum Gipfel nun schon geschrumpft waren, der brachiale Anblick der "Nordwand" blieb
bestehen...
Recht kurz nach der Bergstation erreicht man die erste kleine Hürde, welche aber
wohl nur die "allerschlimmsten Turnschuhtouristen" abzuschrecken scheint.
Der erste Teil des Klettersteiges war eher langweilig und sehr viele Leute nutzten
das gute Wetter, so dass ich mir teilweise wie in einer Supermarktschlange vorkam.
Außerdem war überall wirklich übertrieben viel Eisen gesetzt. Oftmals konnte man den
Fels gar nicht mehr nutzen und mußte die Tritte und Stifte nehmen.
Die "große Leiter" (welche wohl auf vielen Fotos zur Alpspitz Ferrata abgebildet ist)
war nicht wirklich spektakulär, da bietet beispielsweise die Leiter am Mittenwalder
Höhenweg mehr.
Nach vielleicht 1 Stunde hat man auch den ersten Ausblick in Richtung Zugspitze und
kann wirklich einen sehr großen Teil des berühmten Aufstieges über das Höllental
überblicken.
Im mittleren Teil wurde der Klettersteig dann zunehmend interessanter, da auch die
Aussicht immer besser wurde. Auf dem ganz linken Bild ist die Aussicht in Richtung
Garmisch zu sehen. Beim linken roten Kreis befindet sich das
Kreuzeckhaus, beim rechten die
Kreuz Alp und das Kreuzjoch Haus. Hier und da staute es sich aufgrund der Massen und es
war echt beeindruckend was da so alles in Richtung Gipfel marschierte. Gut erinnere ich
mich an ein Pärchen: die Sohle von ihm hing nur noch in Fetzen an den Turnschuhen, seine
Freundin ruhte sich alle 5 Meter aus (offensichtlich nicht besonders glücklich in
dem teilweise doch etwas abschüssigen Gelände) und in dem einen kleinen Rucksack für
beide war wohl nicht mehr als ein Fotoapparat. Aber nunja, was soll auf 2600m schon
passieren? ;-|
Etwa 100 bis 200 Meter unter dem Gipfel wurde es dann noch einmal etwas ausgesetzter
(beide Bilder rechts), aber dies empfand ich eigentlich als den schönsten Teil dieses
Klettersteiges.
Hier noch einmal ein Blick in Richtung Garmisch. Rechts ist das Estergebirge
und davor der (kleinere) Wankkopf zu sehen. Und rechts ein weiteres Bild von recht kurz
vor dem Gipfel.
Etwa 10:45 Uhr erreichte ich schließlich den Gipfel der Alpspitze. Von einer
"Einsamkeit auf dem Gipfel" konnte ich nur träumen, das Foto mit dem Kreuz ist
eher nur ein sehr kleiner Ausschitt von den gesamten Massen. Nichts desto trotz
hat man eine tolle Aussicht in Richtung Garmisch und vor allem hinüber zur
Zugspitze.
Das Panorama hinüber zur Zugspitze war wirklich grandios! Besonders der Jubiläumsgrat
schaute sehr beeindruckend aus (hier von der Zugspitze aus nach links).
Für den Abstieg wählte ich den Weg über das Mathaisenkar. Zunächst steigt man
etwa 30 bis 45 Minuten auf dem Westgrat bis fast zur Grieskar Scharte ab. Dort
teilt sich der Weg. Weiter geradeaus geht es über den weitaus schwierigeren Jubiläumsgrat
bis zur Zugspitze, rechts hinab ins Kar. Den Grat empfand ich als überaus spannend! Er
war in keinester Weise so stark versichert wie der Anstieg über die Ferrata und bot
einfach mehr "Genuß"! Außerdem war es irgendwie nicht mehr ganz so voll wie beim
Aufstieg gewesen, da doch ein Großteil wieder zurück zur Alpspitzbahn wollte und somit
entweder einen der beiden Nordwandanstiege oder den Ostgrat nahm.
Auch der weitere Abstieg hinunter ins Mathaisenkar blieb überaus interessant und
genußvoll! Ständig hat man die Zugspitze und den Jubigrat im Blick bzw. je tiefer man
kommt, desto beeindruckender wirkt die Westseite der Alpspitze. Die beiden auf dem Bild
sind übrigens ein Pärchen aus Sachsen. Sie waren in der Nacht von zu Hause aus gestartet
und sind dann in der Frühe ebenfalls zur Alpspitze aufgestiegen... und den Tag darauf
sollte es über das Höllental zur Zugspitze gehen. :-)
An der Höllentalanger Hütte (1379m) gab es natürlich erstmal ein verdientes Radlermaß,
aber einen freien Platz zum Sitzen mußte man dazu erst einmal suchen. :-( Den Blick gen
Zugspitze fand ich absolut überwältigend, denn von der Hütte aus bis zum Gipfel sind
es etwa 1700m! Nach dem Päuschen ging es durch die Höllentalklamm bis nach Hammersbach
und von dort zurück zum Bad Rießer See (ca. 800m).
|